— — —   DER SCHNITT IST OFFLINE   — — —

Sams in Gefahr

D 2003. R: Ben Verbong. B: Paul Maar, Ulrich Limmer. K: Jan Fehse. S: Alexander Berner. M: Nicola Piovani. P: collina, Constantin Film. D: Ulrich Noethen, ChrisTine Urspruch, Dominique Horwitz, Armin Rohde, Eva Mattes, Ina Weisse, Jasmin Tabatabai, Constantin Gastmann u.a.
95 Min. Constantin ab 11.12.03

Wunschpunkte mit Nebenwirkung

Von Frank Brenner Das wäre schon was, wenn jeder Wunsch, den man laut ausspricht, postwendend in Erfüllung ginge! Dieser Menschheitstraum, der bestimmt genauso alt ist wie der vom Fliegen oder Durch-die-Zeit-Reisen, ist wahrscheinlich bei Kindern noch viel ausgeprägter als bei Erwachsenen. Zum einen, weil Kinder in der Regel eine viel lebhaftere Phantasie haben, zum anderen, weil sie schwächer sind und dadurch ihre Unterlegenheit gegenüber Erwachsenen endlich einmal überwinden könnten. Hat man das Sams als Freund, geht jeder in dessen Gegenwart ausgesprochene Wunsch in Erfüllung – solange das kleine Fabelwesen noch Wunschpunkte hat und sofern man Taschenbier mit Nachnamen heißt, ansonsten kommt es zu mehr oder weniger unangenehmen Nebenwirkungen.

Nachdem das Sams in der Realverfilmung der Kinderbuchklassiker von Paul Maar 2001 zum ersten Mal erfolgreich das Kino unsicher und aus dem schüchternen Bruno Taschenbier einen liebevollen Familienvater machte, steht es nun dem mittlerweile 11jährigen Sohn Brunos, Martin, zur Seite, der von seinem Sportlehrer Daume tyrannisiert und von seinen Mitschülern links liegengelassen wird.

Spätestens seit Harry Potter haben Zauberer bei Kindern ja wieder den Stein der Weisen im Brett, und Wünsche erfüllen zu können ist ja im Prinzip wie zaubern. Schon allein deswegen hat Ben Verbongs äußerst liebevoll ausgestattete und mit einem herrlich schrägen, comicstriphaften Humor inszenierte Fortsetzung die besten Chancen, ebenfalls zu einem Hit zu werden. Und dabei ist es nicht nur die malerische Kulisse der Prager Altstadt und des Prager Burgviertels, die einen hierbei an die guten alten Kinderfilmklassiker der damaligen Tschechoslowakei denken läßt.

Obwohl hier immerhin auch die neuesten digitalen Trickeffekte zum Einsatz kommen, liegt der Schwerpunkt des von Paul Maar mitverfaßten Drehbuchs eindeutig auf den originellen und fantasievollen Einfällen. Die Wünsche Martins und die des gemeinen Sams-Entführers Daume haben die skurrilsten Auswirkungen und bringen wie einst bei der »Märchenbraut« oder »Pan Tau« ein kleines bißchen Märchenwelt in den gewöhnlichen Alltag von Familien. Die Kleinen werden brüllen vor Vergnügen und die Eltern werden sich aufgrund der völlig überzeichneten und mit wahrer Hingabe verkörperten Nebenfiguren ein Schmunzeln schwerlich verkneifen können. 1970-01-01 01:00
© 2012, Schnitt Online

Sitemap