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Das Sams

D 2001. R: Ben Verbong. B: Ulrich Limmer, Paul Maar. K: Klaus Eichhammer. P: Kinowelt. M: Nicola Piovani. D: Christine Urspruch, Eva Mattes, Ulrich Noethen, Armin Rohde, Aglaia Szyszkowitz u.a.
100 Min. Kinowelt ab 18.10.01
Von Sascha Seiler Es hat über 20 Jahre gedauert bis Paul Maars beliebte Kinderbuchreihe über jenes kleine, häßliche Wesen, dessen Aufgabe primär darin besteht, Leuten auf die Nerven zu gehen und Wünsche zu erfüllen, fürs Kino adaptiert wurde. Lange schien die Überlegung zu kursieren, das Sams als computeranimierte Nervensäge über die Leinwand laufen zu lassen, letztendlich entschied man sich jedoch auf eine Art der Darstellung, die in der Buchvorlage deutlich vorhandene kleinbürgerliche Elemente auffallend deutlich in den Vordergrund rückt. Oft kreist die Kamera über die idyllische Skyline von Bamberg, die Menschen scheinen sich in den letzten vierzig Jahren in ihrem gesellschaftlichen Dasein nicht verändert zu haben und das Böse existiert lediglich in Form eines skrupellosen, profitorientierten Regenschirmfabrikanten.

Auch die Tatsache, daß gerade das Verschwinden des Sams am Ende des ersten Buches, das einen symbolischen Tod als Folge menschlicher Habgier symbolisieren soll, ausgespart wurde, zeigt, daß den Filmemachern mehr an einer kindergerechten idyllischen Welt als an jener kritischen Hinterfragung sozialen Fehlverhaltens gelegen war, die Paul Maar trotz all der vordergründigen Anarchie in der literarischen Vorlage letztendlich beabsichtigt hatte.

Trotzdem ist Das Sams natürlich äußerst kurzweilige Unterhaltung, was an einer erstaunlich rasanten Inszenierung und der sehr engagierten Interpretation der Figuren – allen voran Armin Rhodes Herr Mon – liegt. Und vielleicht darf Das Sams in der Fortsetzung dann auch endlich diese leichte Form von Tragik verkörpern, die es seit jeher in sich trägt. 1970-01-01 01:00
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