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Sahara – Abenteuer in der Wüste

Sahara. GB/E/D/USA 2005. R: Breck Eisner. B: Thomas Dean Donnelly, Joshua Oppenheimer, John C. Richards, James V. Hart. K: Seamus McGarvey. S: Andrew MacRitchie. M: Clint Mansell. P: Bristol Bay Productions, Paramount, Baldwin Entertainment Group, Kanzaman, Babelsberg. D: Matthew McConaughey, Steve Zahn, Penélope Cruz, Lambert Wilson, Glynn Turman, Delroy Lindo, William H. Macy u.a.
124 Min. Universum ab 2.6.05

Jäger des verschollenen Bootes

Von Frank Brenner Clive Cussler zählt seit Jahrzehnten zu den erfolgreichsten und meistverkauften Autoren im Bereich der leicht verdaulichen, männlich geprägten Spannungsliteratur. Da verwundert es schon ein wenig, daß bislang nur einer seiner Bestseller (»Hebt die Titanic!«) von Hollywood adaptiert wurde, zumal Kollegen wie Alistair MacLean, der in der gleichen Liga spielte, seit den 60er Jahren schon für ein Dutzend Großproduktionen die Vorlagen geliefert hatte. Dirk Pitt ist Cusslers bekannteste Heldenfigur, die bislang in 17 Romanen die unglaublichsten Abenteuer bestehen mußte. Nun hat es der offensichtlich an mutigen Wissenschaftlern im Stile eines Dr. Indiana Jones angelegte Draufgänger zu seinem ersten Leinwandeinsatz gebracht, der, ginge es nach Hauptdarsteller und ausführendem Produzenten Matthew McConaughey, gerne der Auftakt zu einer langlebigen Spielfilmreihe markieren könnte.

Pitt ist wie besessen auf der Suche nach einem ungewöhnlichen Kanonenboot, das in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts für Aufsehen sorgte und dessen Spuren sich nun in Afrika wieder zu finden scheinen. Vor Ort kreuzen sich die Wege des Meeresentdeckers wiederholt mit denen der attraktiven Eva Rojas, die ihrerseits versucht, hinter das Geheimnis einer mysteriösen Epidemie zu kommen. Nicht nur die Schergen einer Militärdiktatur machen Dirk, Eva und ihren Helfern das Leben schwer, sondern auch ein skrupelloser französischer Großunternehmer.

Originalität kann man von einer dermaßen durchgenudelten Story eigentlich fast schon nicht mehr erwarten. Der selbstgesteckte Anspruch, im Stile der Indiana Jones-Filme eine neue Abenteuerserie großen Stils fürs Kino zu kreieren, ist indes ziemlich hoch gegriffen und zudem weit hergeholt. Den feinen, selbstironischen Humor des von Harrison Ford in den 80er Jahren so trefflich verkörperten Jones sucht man in Sahara leider wie das Salzkorn in der Sanddüne.

Die vier Drehbuchautoren haben natürlich auch hier versucht, die ohnehin grenzenlos unglaubwürdigen Handlungsstränge durch den Einsatz humoristischer Brechungen leichter verdaulich zu gestalten, doch der Witz wirkt dermaßen konstruiert und altbacken, daß sich schnell der gegenteilige Effekt einstellt. Man nimmt dem Film seine Larger-than-Life-Actionszenen überhaupt nicht mehr ab und wird darüber hinaus von peinlich unkomischen Gageinlagen genervt. Insbesondere die von Steve Zahn verkörperte Figur des Sidekicks fällt gewaltig auf die Nerven. Aber auch Matthew McConaughey, der muskelbepackte und sonnengebräunte Sympathieträger, verspielt seinen Heldenbonus durch arrogant-alleskönnerische Auftritte und das Fehlen jeglicher Selbstironie. 1970-01-01 01:00
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