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Sag kein Wort

Don't Say a Word. USA 2001. R: Gary Fleder. B: Andrew Klavan u.a. K: Amir M. Mokri. S: Armen Minasian, William Steinkamp. M: Mark Isham, Graeme Revell. P: Regency. D: Michael Douglas, Sean Bean, Brittany Murphy u.a.
113 Min. Fox ab 17.1.02
Von Dietrich Brüggemann Michael Douglas spielt einen netten New Yorker Psychiater mit vorzeigbarer Wohnung, ebensolcher Frau und wohlerzogener Tochter. Dann gerät sein Leben aus den Fugen, als die Tochter von bösen Männern entführt wird. Die wollen von ihm, daß er einer jungen Patientin ein Geheimnis entlockt. Die Dame hat sich vor einigen Jahren eine Nummer gemerkt, und die hätten die Gangster gerne in Erfahrung gebracht. Der Psychiater geht zwar auf die Forderung der Gangster ein, kämpft am Ende aber doch den einsamen Kampf des einsamen Helden. Seine Frau wird gleichzeitig zur Nebenheldin, die auf einem Nebenschauplatz einen entscheidenden Nebensieg erringen darf.

Wie oft mußten wir schon die glückliche amerikanische Obermittelklassefamilie mit Apartment und Truthahn über uns ergehen lassen – hier stört das alles überraschend wenig. Sag kein Wort ist kein schnörkelloser, aber ein tadelloser Genrefilm. Und an der Auflösung, am oft schwächsten Punkt eines Thrillers, läßt er das Genre weit hinter sich. Denn während sich meistens ein enormes Rätsel vor dem Zuschauer auftürmt und der Film am Ende kleinlaut eingestehen muß, daß die Antwort weniger hält, als die Frage versprach, so funktioniert der Plot hier bis zum Schluß in selbstverständlicher Logik und Konsequenz. So behält der Film bis zum Schluß die Würde eines Werkes, das trotz Genre irgendwo auch ernst gemeint ist. Und das verleiht ihm eine gewisse Sympathie. 1970-01-01 01:00

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Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #25.
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