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Russische Hochzeit

La Noce. RUS/F/D 2000. R,B: Pavel Lungin. B: Alexander Galin. K: Alexander Burow. S: Sophie Brunet. M: Wladimir Chekassin. P: Ciné B, Lichtblick, Studio Mosfilm u.a. D: Marat Basharov, Maria Mironova, Andrei Panine, Alexandre Semtchev u.a.
114 Min. Ventura ab 17.5.01
Von Oliver Baumgarten Schon 1952 hatte Will Kane an seinem Hochzeitstag zur Mittagszeit noch dringend etwas zu erledigen, bevor er mit seiner Auserwählten glücklich von dannen ziehen konnte. Nicht jeder muß natürlich an einem solchen Tag eine Handvoll Gangster umlegen, trotzdem zieht der Hochzeitstag in zahllosen Filmen immer wieder jede Menge Probleme an. Als ob eine simple Hochzeit nur Treppenwitz der Wirklichkeit wäre, erleben Filmpaare sämtliche Beziehungs-Waterloos in jenen 24 Stunden, für die das ganze gemeinsame Leben Zeit bliebe.

Nun ist Mischa nicht gerade Will Kane, doch auch ihm kommt Einiges in die Quere am Tag, als er seine Jugendliebe Tanja zu ehelichen gedenkt. Der ehrgeizige Dorfsheriff will ihn fälschlicherweise einknasten, und seine Braut präsentiert ihm erst den unehelichen Sohn und dann den stinkreichen Nebenbuhler aus Moskau. Zudem haßt Mischas Familie die Braut, was ihm bei der Finanzierung der Feierlichkeit auch nicht hilft.

Das klingt nicht nur banal, das ist es auch. Dafür kommt's von Herzen und entfaltet streckenweise herrlich ulkigen Slapstick. Die realsoziale Komponente vom Aufeinandertreffen alter Seilschaften und moderner Kapitalisten – eine vage formulierte und nicht gerade neue Idee – birgt dann allerdings vom Gläserandiewandschmeißen bis Wodkaorgien mit anschließendem Liebhaben einen Hagel doofer Russen-Klischees, mit denen die kargen Figuren am Ende gänzlich zugemörtelt werden. Das klingt nicht nur banal, das ist es auch. Aber dafür kommt's von Herzen… 1970-01-01 01:00

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Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #22.
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