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Riders

CDN/F/GB 2002. R,B: Gérard Pires. B: Mark Ezra. K: Tetsuo Nagata. S: Veronique Lange. M: Andy Gray. P: Mandarin, Transfilm, Spice Factory. D: Stephen Dorff, Natasha Henstridge, Bruce Payne, Steven Berkoff, Clé Bennent u.a.
87 Min. Solo Film ab 19.9.02
Von Oliver Baumgarten In Deutschland ist man da Realist. Nach Nur aus Liebe oder Cascadeur beispielsweise glaubt hierzulande niemand ernsthaft mehr an einen deutschen Actionfilm. In Frankreich hingegen hat der Versuch, amerikanischen Actiongenre-Motiven nachzueifern, Tradition. Alain Delon und Jean-Paul Belmondo wurden solche Plots angedichtet, und auch Luc Besson bedient sich gewisser Elemente des Genres. Daß allerdings Taxi und nun Riders, der nächste Film von Gérard Pires, in Frankreich so erfolgreich liefen, das möchte dann doch erstaunen.

Riders tritt den Versuch an, Funsportarten in Filmaction einzubinden – allerdings weniger à la Rollerball, in dem er sie zum Hauptsujet macht. Vielmehr stattet er seine vier konsumversauten Yuppies mit allerlei sportlichen Fähigkeiten aus, die dann nolens volens während ihrer Coups zum Tragen kommen. Und so springen sie von Brücken, sind spitzen Freeclimber und türmen auf Rollerblades vor der Polizei. In solcher Form rauben sie Banken aus und geraten plötzlich an 20 Mio. Dollar aus Mafia-Händen, was vorübergehend echt gefährlich und einem der Vier zum Verhängnis wird. Am Ende aber tricksen sie alle aus. Woher sie dafür die Intelligenz nehmen, wird nicht klar.

Riders ist arg unmotiviertes Crashkino mit wildem Herumgezündel und halbherziger Demolierfreude, mit prüdem Sauna-Sex und coolem Jugendkultur-Gehabe. Bar jeglichen Tiefgangs biedert sich der Film an der Zielgruppe an, indem er sie kopiert und sie sich selbst vorführt, ohne ihr auch nur einen Hauch von Neuem zu bieten. Inhaltlich öde und stilistisch im Herunterrattern des pseudohippen Inszenierungskataloges ausnehmend gewöhnlich, muß dieser Film und Gérard Pires nicht weiter interessieren.
Viel wichtiger die Nachricht vom anderen Pires, Robert nämlich. Nach vier Monaten schwerer Knieverletzung ist der flinke Midfielder ab der neuen Saison bei Arsenal wieder dabei, gesund und munter hoffentlich. DAS ist ein Happy End. 1970-01-01 01:00
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