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Restoration

USA 1995. R: Michael Hoffman. B: Rupert Walters. K: Oliver Stapleton. S: Garth Craven. M: James Newton Howard. D: Robert Downey Jr., Sam Neill, David Thewlis, Polly Walker, Meg Ryan, Ian McKellen, Hugh Grant u.a.
118 Min. Scotia ab 8.5.97
Von Christian Gruber Restoration ist ein Kostümfilm. Restoration ist auch die Verfilmung eines mehr oder weniger bekannten Romans von Rose Tremain. Restoration ist mit Robert Downey Jr., Meg Ryan, Sam Neill, David Thewlis, Ian McKellen und unvermeidlich auch Hugh Grant äußerst gut besetzt.

Eigentlich hätte dabei ein zumindest interessanter Film herausspringen müssen – ist es aber nicht. Restoration versprüht über weite Strecken den Charme einer Fernsehproduktion und erinnert ein ums andere Mal an Südstaatenepen, sowohl was den Pathos angeht, als auch die schauspielerische Leistung der Hauptdarsteller.

Schauplatz von Restoration ist das Großbritannien des 17. Jahrhunderts. Ein junger Arzt (Robert Downey Jr.) heilt die Geliebte des Königs (Sam Neill), der ihm aus Dankbarkeit ein Landgut zur Verfügung stellt und seine Geliebte zur Genesung vorbeischickt. Der Arzt verliebt sich in die Frau, enttäuscht daher den König und fällt in Ungnade. Bei einem Freund (David Thewlis) im Kloster untergekommen, hilft er den Verrückten und zeugt einer von ihnen (Meg Ryan) ein Kind. Prompt muß er auch hier verschwinden und zieht zurück in die Stadt. Dort stirbt die natürlich gar nicht so verrückte Meg Ryan bei der Geburt des Kindes. Der Arzt wird endgültig ein guter Mensch und hilft den Pestkranken unter Einsatz seines Lebens. Als die Stadt brennt, wird er von seinem Kind getrennt, nur um es am Ende vom König auf dessen Landsitz wieder überreicht zu bekommen.

Nun sollte man meinen, daß diese recht obskure Rahmenhandlung genügend Möglichkeiten bietet, um einen guten Kostümfilm zu arrangieren. Aber Regisseur Michael Hoffmann gelingt nur eine trockene und bemüht wirkende Aneinanderreihung von Episoden, ohne das im Vorspann Angekündigte einzulösen, nämlich die Reise eines jungen Mannes durch seine Zeit und speziell durch die Entwicklung der Wissenschaft und Medizin zu beschreiben.

Lediglich Sam Neill in der Rolle von König Charles III. hat seine lichten Momente. Er gibt hier einen ständig neugierigen König, der in seinem Thronsaal allen Wissenschaften Raum gibt. So sieht man Neill zwischen primitiven Modellen des Sonnensystems, Plänen von modernen Städten oder, während der Pest, in einem gespenstischen Labor. Die wenigen Einstellungen im Thronsaal Charles' III. zählen aber auch zum Besten, was dieser Film zu bieten hat. 1970-01-01 01:00

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #06.
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