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Die Putzfraueninsel

D 1996. R,B: Peter Timm. B: Hansjörg Thurn. K: Fritz Seemann. S: Vera Burnus. M: Detlef Petersen. D: Jasmin Tabatabai, Christine Oesterlein, Dagmar Manzel, Roland Schäfer u.a.
98 Min. Senator ab 10.10.96
Von Thomas Meißner Jeder habe eine Leiche im Keller, so sagt man. Und das kommt auch in den besten Kreisen vor. Nelly (Christine Oesterlein) hat Glück: Bevor sie dahindämmert, findet Irma (Jasmin Tabatabai), seit einigen Tagen Putzfrau bei Richterin Dr. Schwarz (Dagmar Manzel), die verwahrloste Frau im Keller der Villa. Kurzentschlossen nimmt sie diese mit zu sich nach Hause.

Was sich hier wie ein spannender Thriller anhört, ist eine witzig erzählte Geschichte von zwei Frauen im heutigen Berlin. Irma hat ihr Studium geschmissen, jobbt hier und da, ist eine Lebenskünstlerin. Die Bekanntschaft mit Nelly weckt in ihr Verantwortungsgefühl, und sie erkennt den Wert von Freundschaft. Ihre coolen Sprüche wandeln sich fast in philosophische Betrachtungen (»Was wäre, wenn man sich alle Träume erfüllen könnte? Man hätte keine Träume mehr!«). Nelly zeigt ihr, daß Mallorca mehr als nur die »Putzfraueninsel« ist.

Regisseur Peter Timm, der vor zehn Jahren mit Meier sein Leinwanddebüt gab, liefert einen heiter-melancholischen Film mit trockenem Humor und leisen Zwischentönen. Das Leben ist eben mehr als Geld und Fun. Und deutsches Kino mehr als Klamauk- und Problemfilm. 1970-01-01 01:00

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #04.
© 2012, Schnitt Online

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