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Psycho Beach Party

USA 2000. R: Robert Lee King. B: Charles Busch. K: Arturo Smith. M: Ben Vaughn. S: Suzanne Hines. P: Cinema Vault. D: Lauren Ambrose, Thomas Gibson, Nicholas Brendon u.a.
95 Min. 3001 Kino ab 7.2.02
Von Matthias Grimm Trash ist, wenn man trotzdem lacht. Zumeist wird dieser Umstand mit »unfreiwilliger Komik« begründet oder damit, der Film sei »so schlecht, daß er schon wieder gut ist«, was immer das heißen mag. Moderner Trash dagegen, und das ist nicht erst seit Scream so, funktioniert nach dem Prinzip der Selbstreferentialität, indem sich der Filmemacher der »Schlechtigkeit« seines Werks bewußt ist und eben jene unfreiwillige Komik in voller Absicht forciert.

In diesem Sinne kann das Horror-Genre als das einzige bezeichnet werden, das, trotz oder gerade wegen aller Illusionen und Masken, eine Art Verfremdung dadurch erfährt, daß es seine Operationen explizit zur Schau trägt, und – vor allem – daß es die Kenntnis seines Publikums über diese Operationen voraussetzt.

Ganz abgesehen davon, daß der inflationäre Gebrauch des Begriffes seine Anwendung kaum noch sinnvoll macht – zu schnell verfällt man in die simple Annahme: Trash = Independent = irgendsowas wie Kunst – glaube ich nicht, daß Psycho Beach Party tatsächlich Trash ist. Und wenn, dann nur so viel, wie The Naked Gun ein Kriminalfilm ist.

Psycho Beach Party ist nicht unfreiwillig oder forciert, sondern einfach richtig komisch. Er ist damit weniger Trash als vielmehr Parodie oder irgendwie Meta-Trash, was immer das heißen mag. In gewisser Weise gibt sich der Film damit selbst etwa so schizophren wie seine Hauptfigur: Diese nämlich, die etwas unscheinbare 16jährige Florence, verwandelt sich jedesmal, wenn sie irgendwo kreisförmige Muster sieht, in eine: S/M-Domina!!! Damit wird sie selbst zur Verdächtigen in einer Mordserie, aber zum Glück gibt es noch genug andere schräge Figuren, wie die Drag Queen Polizistin, die B-Movie-Schauspielerin, die in einer verlassenen Villa wohnt, oder die notgeile Mutter.

Das ganze in einer Mischung aus 70er Slasher- und 60er Surfer-Filmen. Ich gebe zu, das klingt nach Trash; forciert, aber gar nicht komisch. Ist es aber, und zwar, weil Psycho Beach Party seine zahlreichen Referenzen nie zu seinen eigenen Operationen hinzufügt, nie schocken, gruseln oder belehren will, sondern stets eines bleibt: Komödie. Etwa, wenn das infantile Ringen der Surfer Boys zur heimlichen homosexuellen Begegnung zweckentfremdet wird; oder die schlechte Bluescreen-Montage zu Tanzübungen auf dem Surfbrett einlädt. Trash oder nicht Trash, ich habe trotzdem gelacht. 1970-01-01 01:00
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