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Pitch Black – Planet der Finsternis

Pitch Black. USA 1999. R,B: David Twohy. B: Jim Wheat, Ken Wheat. M: Graeme Revell. K: David Eggby. S: Rick Shaine. P: Interscope Communications. D: Vin Diesel, Radha Mitchell, Cole Hauser, Keith David, Lewis Fitz-Gerald, Claudia Black u.a.
107 Min. UIP ab 31.8.00

Warten bis das Licht ausgeht

Von Frank Brenner Die Dunkelheit ist unheimlich und steckt voller Gefahren. Heutzutage sind wir vollkommene Dunkelheit gar nicht mehr gewohnt und umso überraschter, wenn wir bei einem Stromausfall keine Kerzen oder Taschenlampe zur Hand haben und eben diese vor den eigenen Augen nicht mehr sehen. Im wirklichen Leben hat man dann mit Unebenheiten auf dem Boden zu kämpfen, die Phantasie hält weit mehr Risiken bereit. Vampire, Werwölfe und sonstiges Getier der Nacht wird dann zum tödlichen Feind.

Als die Crew eines Raumschiffes in nicht allzu ferner Zukunft einen unbekannten Planeten nach einer Notlandung erkundet, scheint das Eintreten der Nacht hingegen unmöglich. Gleich drei Sonnen tauchen die Landschaft in ständiges gleißendes Licht und haben den Stern zu einem Wüstenplaneten werden lassen. Doch wie es der Zufall so will, havarieren die Helden des Films just in dem Monat, in dem alle 22 Jahre ein Nachbarplanet zwei der Sonnen verdeckt und es somit für ein paar Stunden zappenduster macht.

Andere Menschen gibt es übrigens nicht mehr auf diesem Himmelskörper, denn die fielen der Sonnenfinsternis vor 22 Jahren zum Opfer. Aber nicht, weil sie sich das Spektakel ohne Schutzbrille angeschaut haben, sondern weil damals die Kreaturen der Nacht Ausgang hatten. Und die werden jetzt natürlich wiederkommen, sonst gäbe es den ganzen Film nicht, was beileibe kein Verlust wäre.

Ist man zu Beginn noch fasziniert von der außergewöhnlichen Überblendung der Bilder, die die übermäßigen Luxwerte veranschaulichen sollen, macht sich ziemlich schnell gähnende Langeweile breit. In der ersten Hälfte des Films ist es so hell, daß sich die Monsterchen nicht blicken lassen. Um wenigstens ein Mindestmaß an Dramatik ins Spiel zu bringen, konstruierten die Drehbuchautoren Konflikte nach Schema F, die sich aus der Zwangsgemeinschaft zwischen einem verurteilten Mörder und der restlichen redlichen Besatzung, vorgetäuschten Identitäten und der Wasserknappheit in der brütenden Hitze ergeben. Es wird in einem fort gelabert, und es interessiert keinen Menschen, was da bedeutungsschwanger ausdiskutiert wird.

Wenn dann endlich das Licht ausgeht, kann der Kameramann sein Talent für das Inszenieren mit spärlichem natürlichem Licht unter Beweis stellen. Doch auch hier hält das Interesse nicht lange an. Das Hauptmanko für das Scheitern des Films liegt bei seinen Figuren, für die man nicht die leisesten Sympathien empfindet. Deswegen läßt es einen auch kalt, wenn sie einer nach dem anderen dahingemeuchelt werden. Da ist es wesentlich unterhaltsamer, sich zum zehnten Mal Alien als diesen Mist anzuschauen. 1970-01-01 01:00
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