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Owning Mahowny

CDN/GB 2002. R: Richard Kwietniowski. B: Maurice Chauvet. K: Oliver Curtis. S: Mike Munn. M: The Insects, Richard Grassby-Lewis. P: Alliance Atlantis, Natural Nylon Entertainment. D: Philip Seymour Hoffman, Minnie Driver, John Hurt, Maury Chaykin, Sonja Smits, Ian Tracey, Roger Dunn u.a.
104 Min. Real Fiction ab 7.10.04

The Player

Von Frank Brenner Wayne Kramers Film The Cooler gewährte uns dieses Jahr bereits Innenansichten eines Casinos in Las Vegas mit einem Hauptaugenmerk auf einen stillen, in sich verschlossenen und stets vom Pech verfolgten Mann, der von der Leitung des Spieltempels dazu eingesetzt wurde, die Glückssträhnen der Spieler zu brechen. Richard Kwietniowski rückt bei Owning Mahowny auch einen stillen, verschlossenen Mann ins Zentrum. Dan Mahowny ist ein notorischer Spieler, der auf alles Wetten abschließt, Geld verspielt, das er eigentlich gar nicht besitzt und so immer tiefer in den Sog des Glücksspiels gerät. Er macht sich seinen Posten als Angestellter in einer Bank zunutze, um an neue Geldquellen zu kommen. Doch der Versuch, aus dem fremden Geld Gewinn zu schlagen, um die Schulden zu begleichen, kann nur schief gehen.

Den diesem Film zugrunde liegenden Bankangestellten hat es Anfang der 80er Jahre in Toronto tatsächlich gegeben. Da es ihm als Einzeltäter gelang, eine Bank um über 10 Millionen zu betrügen, ist er in die kanadische Geschichte eingegangen. Sein Leben hielt Gary Ross in dem Buch »No Limit« fest, das Kwietniowski nun als Grundlage für Owning Mahowny diente. Nicht nur von der Thematik her lassen sich Parallelen zu The Cooler aufzeigen. Auch die Atmosphäre der Anspannung im Spielcasino, der Hauch der großen Welt, die unbändige Freude und die deprimierende Niedergeschlagenheit werden in beiden Filmen spürbar. Philip Seymour Hoffman, der mit nur einem Gesichtsausdruck, aber dennoch voller Intensität und Glaubwürdigkeit diesen besessenen kanadischen Angestellten spielt, der im Rausch des Spiels alles um sich herum vergißt, ist die perfekte Besetzung für einen Mann ohne Besonderheiten, dessen Betrügereien seine Chefs selbst nach dessen Geständnis noch nicht glauben wollen. Damit spielt Hoffman auch in der gleichen Liga wie der »Cooler« William H. Macy, dem es in Kramers Film auf ebenso eindringliche Weise gelang, mit minimalistischem Einsatz eine Figur zu kreieren, die dem Zuschauer aus dem Alltag vertraut scheint, an dessen persönlichem Schicksal man aber erst durch eine einfühlsame Inszenierung und eine ebensolche Interpretation durch den Hauptdarsteller Anteil nimmt. Owning Mahowny ist ein kleiner Film, auch wenn er mit den Stars des Independent-Kinos besetzt ist. Nichtsdestotrotz gelingt es Kwietniowski, dem aufgeschlossenen Zuschauer eine fesselnde Geschichte zu erzählen, die von ihrer feinen Figurenzeichnung lebt. 1970-01-01 01:00
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