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Original Sin

USA 2000. R,B: Michael Cristofer. K: Rodrigo Prieto. S: Eric Sears. M: Terence Blanchard. P: Epsilon. D: Antonio Banderas, Angelina Jolie, Thomas Jane, Jack Thompson, Allison Mackie, Joan Pringle u.a.
95 Min. Constantin ab 12.7.01

Erotische Tragödientheorie

Von Sascha Seiler Original Sin kündigt bereits in seinem Titel an, daß in diesem Film die Ursünde thematisiert werden soll, und Regisseur Michael Cristofer macht sich auf den Weg, die Gelüste zu erforschen, die zum Fall des tragischen Helden führen.

Zwar werden alle Stufen der aristotelischen Tragödientheorie durchexerziert, doch findet sich das Ergebnis lediglich in einem Zwischenraum von verstaubter Latino-Erotik (Antonio Banderas), Reisekatalog-Exotik (ein vorrevolutionäres Kuba) und einer Geschichte wieder, die wahrscheinlich schon in jenem 19. Jahrhundert nicht mehr originell war, in dem der Film spielt.

Wenn der Zeitpunkt der Katharsis gekommen ist, ergibt sich der Held seinem vorherbestimmten Schicksal, und die Frau, die ihn vom Apfel hat kosten lassen, scheint für alle Zeiten verdammt. Doch durch einen äußerst unoriginellen Schlußgag entkommen die Protagonisten ihrem eigentlich vorherbestimmten Schicksal in ein Happy-End, das wieder einmal beweist, daß es Hollywood mit den tatsächlichen Strukturen der Tragödie nicht so genau nimmt.

Der Fairness halber muß natürlich als Pluspunkt angeführt werden, daß Angelina Jolie die Hauptrolle der Femme Fatale mitsamt Messerspielchen wie auf den Leib geschrieben wurde. Konsequenterweise beginnt Michael Cristofer auch gleich mit einem Close-Up auf den Mund seiner Protagonistin, der uns die Geschichte von Beginn an zu erzählen ankündigt und dabei weit mehr verspricht, als dieser laue Erotik-Thriller letztendlich zu halten vermag. 1970-01-01 01:00

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #23.

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