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Old Men in New Cars

Gamle mænd i nye biler. DK/S 2002. R: Lasse Spang Olsen. B: Anders Thomas Jensen. K: Henrik Kristensen. S: Mikkel E.G. Nielsen. M: George Keller. P: Thura. D: Kim Bodnia, Tomas Villum Jensen, Nikolaj Lie Kaas, Iben Hjejle u.a.
95 Min. 3L ab 17.3.05

Der verlorene Sohn

Von Frank Brenner Früher hätte so einen Film Hal Needham inszeniert, die Hauptrolle hätte wohl sein alter Kumpel Burt Reynolds übernommen. Aber heutzutage ist auch die Filmindustrie im alten Europa so weit, eine Gaunerkomödie mit einem derartigen Aufwand und waghalsigen Stuntsequenzen zu realisieren, wie sie in den frühen 80er Jahren im Hollywoodactionkino das Nonplusultra war. Regisseur Lasse Spang Olsen ist aber nicht nur der Stuntkoordinator seines Films Old Men in New Cars, sondern zusätzlich auch noch federführend, was die digitalen Trickeffekte anbelangt. An dieser Stelle setzen dann auch die Unterschiede zu Filmen wie Ein ausgekochtes Schlitzohr oder Der rasende Gockel ein, denn was damals wirklich noch handgemacht war, wird heute am Computer zusätzlich aufgepeppt und dadurch gänzlich unglaubwürdig. Der Humor indes ist in den 80ern stecken geblieben, denn für eine nordische Filmkomödie mangelt es Olsens Werk entschieden an originellen Einfällen.

Harald ist gerade aus dem Knast entlassen worden, da lauern ihm schon alte Bekannte auf, denen er noch eine größere Summe Geldes schuldet. Zudem liegt sein Ziehvater Monk mit einem schweren Leberschaden im Sterben und bittet Harald, seinen verlorenen Sohn, der von der Existenz seines Vaters genauso wenig weiß wie Harald, aus einem schwedischen Gefängnis zu befreien, damit dieser seinen Vater vor dessen Tod wenigstens einmal zu Gesicht bekommt. Harald schart seine alte Gang um sich und bereitet die spektakuläre Befreiung vor, die nur den Anfang einer ganzen Kette turbulenter Ereignisse darstellt.

Lasse Spang Olsen wollte mit Old Men in New Cars eine respektlose Gaunerkomödie realisieren, die mit Schießereien, Autokarambolagen und einer sensationellen Flugzeugentführung zahlreiche Schaueffekte bereithält. Doch den Humor muß man in seinem Film leider mit der Lupe suchen. Die meisten Gags beschränken sich auf furchtbar platte, gewalttätige und laute Scherze, die dem Zuschauer schon recht schnell auf die Nerven gehen. Das Tempo stimmt nicht und selbst die aufwändigen Actionelemente verspielen größtenteils ihre Wirkung. Da auch die Darsteller austauschbare Chargen bleiben, springt der Funke nicht über. Die wenigen Schmunzelgags entstehen durch übertriebene Extravaganzen, die der Zuschauer in den entsprechenden Situationen nicht erwarten würde, die aber schwerlich in der Lage sind, eine gesamte Spielfilmlänge für Kurzweil zu sorgen. 1970-01-01 01:00

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