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Oh Je, Du Fröhliche!

Unaccompanied Minors. USA 2006. R: Paul Feig. B: Jakob Meszaros, Mya Stark. K: Christopher Baffa. S: George Folsey Jr., Brad E. Wilhite. M: Michael Andrews. P: Warner Bros. Pictures u.a. D: Lewis Black, Wilmer Valderrama, Tyler James Williams, Dyllan Christopher, Brett Kelly u.a.
90 Min. Verleih ab 14.12.06

The American (Air)ways

Von Judith Lange Amerika präsentiert sich von seiner rauhen Seite: Viele Hundert Scheidungskinder sind kurz vor Weihnachten ganz mutterseelenallein unterwegs, um von einem Elternteil zum anderen zu reisen und dort die Feiertage zu verbringen. Durch einen Schneesturm kommt der gesamte Flugverkehr zum Erliegen, und die lieben Kleinen sitzen auf dem Flughafen fest. Der Originaltitel Unattended Minors läßt alles Weitere schon erahnen: Die Rasselbande wird in einen leeren Raum weitab der anderen Fluggäste geschlossen und ist kaum zu bändigen. Fünf Kids treten vor der Überwachung der Erwachsenen die Flucht an und verwandeln den Flughafen in ihren persönlichen Themenpark. Die Konstellation der Fünferbande repräsentiert dabei die Bandbreite der amerikanischen Gesellschaft: Die reiche, verwöhnte Göre, der linkische Mittelständler, der Quotenfarbige, der Fettleibige und die hartgesottene Alleingängerin.

Für die Auswahl der richtigen Besetzung hat sich Regisseur Paul Feig die Casting-Spezialistin Allison Jones ins Team geholt. Die Kids haben alle zwar recht eindimensionale, dabei aber liebenswerte Eigenheiten und harmonieren im Spiel gut zusammen. Daneben wirkt der chronisch schlecht gelaunte Airport-Manager Oliver Porter, gespielt von Lewis Black, trotz seiner Schrulligkeit weder witzig, noch furchterregend, sondern leider eher langweilig und farblos. Neben den vielen Innenszenen wurde eine wilde Verfolgungsjagd vom Flughafen zum nebenstehenden Hotel gedreht – Kids und Verfolger auf Surfbrettern, Autoreifen und so weiter. Und alle rutschen in rasender Geschwindigkeit einen Berg hinab. Das gibt dem Film, der durch die Vorhersehbarkeit der Handlung seine Längen hat, noch einmal Schwung, bevor das rührselige, für den Durchschnittseuropäer beinahe schmerzhaft amerikanische Happy End naht.

Alles löst sich in klebriges Wohlgefallen auf, das nach dem anfänglichen Realismus, man erinnere sich an den Grund für die Alleinreise der Kinder, und einem objektiven Blick auf die Wirklichkeit trotz allgemeinen Strebens nach Harmonie anstrengend ist. 1970-01-01 01:00
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