— — —   DER SCHNITT IST OFFLINE   — — —

Not a Girl

Crossroads. USA 2002. R: Tamra Davis. B: Shonda Rhimes. K: Eric Alan Edwards. S: Melissa Kent. M: Trevor Jones. P: Zomba Films. D: Britney Spears, Anson Mount, Zoe Saldana u.a.
86 Min. Constantin ab 28.3.02
Von Lisa Schneider Luhmann hat behauptet, die Eigendynamik der Kunst erkläre sich aus dem Ideal des »Interessanten«: Alles, was interessant ist, verliert irgendwann, so die Theorie, seinen Reiz, das Neue wird alt und schließlich langweilig. Dann gilt es – könnte man nun meinen – innovativ zu sein, um nicht aus der Mode zu kommen und weiter unterhalten zu können. Glaubt jedenfalls Luhmann.

Britney Spears ist da jedoch anderer Meinung und greift für ihr Leinwanddebüt lieber auf das Altbewährte zurück: Britney erobert die Kinos und bleibt dabei sich selbst treu: Sie tanzt, singt, kichert und zeigt uns mit Hingabe ihr schönstes Zahnpastalächeln; sie kokettiert mit ihrer Unschuld und gibt sich wie gewohnt als süße Lolita wider Willen, die sich aber dennoch bereitwillig von der Kamera ausziehen läßt. Konsequent spielt sie eine Rolle, die keinerlei Differenz zu ihrer Identität als Popikone aufweist.

Ihre Rollenfigur deutet tatsächlich keinen Punkt an, der gegenüber ihrer bekannten Girlieschablone äußerlich ist, sie verweist lediglich auf die bekannte Kunstfigur, die sie hartnäckig vermarktet, nicht aber auf ein davon unabhängiges Individuum. Britneys Spielfilmdebüt zeigt jene merkwürdige Dopplung, die immer dann eintritt, wenn Musiker die Leinwand erobern, ohne aber ihr Image sprengen zu wollen. Und daher ist Not a girl nicht mehr als ein berechnetes 90minütiges Promotionvideo zur neuesten Singleauskopplung. 1970-01-01 01:00
© 2012, Schnitt Online

Sitemap