Spiel des Todes
Von Frank Brenner
In den letzten Jahren hat sich Jackie Chan, Hongkongs Vorzeige-Klopper, vornehmlich in amerikanischen und internationalen Produktionen herumgeprügelt. Mit
Shanghai Noon,
Shanghai Knights oder
Around the World in 80 Days konnte er sich als einer der weltweit zugkräftigsten asiatischen Stars behaupten. Nun ist er für den fünften Teil der
Police Story-Serie wieder in seine Heimat zurückgekehrt – und hat sich mit einem auf weite Strecken ernst gemeinten Polizeithriller ganz schön in die Nesseln gesetzt.
Schon zu Beginn des Films, wenn Chans desillusionierter Inspektor Wing a.D. seinen Frust über eine gescheiterte Polizeiaktion im Alkohol ertränkt, wird überdeutlich, daß der gute alte Jackie beileibe kein Schauspieler ist. Immer wieder wird Regisseur Benny Chan die Handlung zurücklenken auf sentimentale Reminiszenzen an bessere Tage oder Jackie Chan unbeholfen um die Hand seiner Langzeitfreundin anhalten lassen. In solchen Momenten sehnt man sich nach gelungenen Actioneinlagen Chans, der auch mit 51 Jahren noch die meisten seiner Stunts selbst ausführt, doch gerade diese Garanten für gute Unterhaltung sind in
New Police Story denkbar rar gesät.
Szenen wie die waghalsige Rettungsaktion für einen führerlosen Linienbus, der durch die Hongkonger Einkaufszone rast, oder Abseilaktionen von spiegelglatten Wolkenkratzern lassen das Herz eines jeden Actionfans höher schlagen. Doch so gelungen diese kurzen Momente auch sein mögen, sie gehen regelrecht unter in einer gefühlsduseligen und hoffnungslos altbackenen Cop-Geschichte, die gerade dann unfreiwillig komisch wird, wenn es auf der Leinwand eigentlich gar nichts zu lachen geben sollte. Hoffentlich sieht Jackie Chan mit seinen nächsten Filmen wieder ein, wo seine wahren Stärken liegen und läßt die Finger von der ernsthaften Schauspielerei!