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Nancy & Frank – A Manhattan Love Story

D 2000. R,B: Wolf Gremm. B: Jonathan Brett. K: Egon Werdin. S: Karola Mittelstädt. M: Jack White. P: Ziegler. D: Hardy Krüger jr., Frances Anderson, Gottfried John, Robert Wagner, Jamie Harris u.a.
93 Min. Warner ab 11.7.02
Von Oliver Baumgarten »Sie sehen aus, als hätten Sie sich verliebt!«, säuselt die Concièrge Frank zu, nachdem sich dieser erstmals mit Nancy in New York getroffen hat. Schön, daß sie es nochmal so deutlich sagt, von selbst wäre da nämlich niemand drauf gekommen.

Eine klassische Fernsehstrategie: Alles im Bild Gezeigte muß zwanghaft dialogisch aufgearbeitet werden, damit trotz Stullenschmierens in der Küche auch nichts verpaßt wird. Das entpuppt sich hier als doppelt furchtbar, weil ein Großteil der Szenen von den müden Darstellern derart plattagiert werden, daß das im Bild Gezeigte ohne Dialog schon gar nicht verstanden werden würde. Aus rein filmästhetischer Sicht betrachtet bedeutet solches bereits das Scheitern an den Minimalanforderungen des Kinos und macht ungefähr so viel Spaß wie das Abhören eines Hörspiels ohne Ton oder das Lesen eines Buches ohne Buch oder das Leben eines Lebens ohne zu leben.

Wolf Gremm, Regisseur von Tod und Freiheit oder Kamikaze 1989 – lang ist's her – präsentiert zudem (doppelt tragisch) eine unfaßbar banale Geschichte, die dermaßen trocken erzählt wird, als habe es vorher nichts Vergleichbares gegeben. Wolf Gremm fällt optisch gar nichts ein, und akustisch stellt sich zudem die Nachsynchronisation als – gelinde formuliert – derart stümperhaft heraus, daß nicht erst die Auftritte von Hardy Krüger jr. endgültig das Gefühl erwecken, man sei Zeuge einer zweitklassigen mexikanischen TV-Soap. Auf den hochtrabenden Untertitel »A Manhattan Love Story« rekurrierend kann ich nur schließen: eine Katastrophe. 1970-01-01 01:00

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Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #24.
© 2012, Schnitt Online

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