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Musik für Hochzeiten und Begräbnisse

Musikk for bryllup og begravelser. N 2002. R,B: Unni Straume. K: Harald Paalgard. S: Trygve Hagen. M: Goran Bregovic. P: Chrisitiania Film. D: Lena Endre, Björn Floberg, Rebecka Hemse, Petronella Barker u.a.
97 Min. Alamode ab 13.5.04

Balkan meets Norwegen

Von Constanze Frowein Nach Stranger und Dreamplay präsentiert Unni Straume mit Musik für Hochzeiten und Begräbnisse nun ihren neuen Spielfilm. Tatsächlich, die balkan-folkloristisch anmutende Filmmusik Goran Bregovics schwankt zwischen tiefer Melancholie und überschäumender Freude, ideal also für Freuden- als auch Trauerveranstaltungen.

So gefühlsschwankend ist auch Straumes Film. Das isolierte Leben der Schriftstellerin Sara wird durch das unerwartete Auftauchen ihres Ex-Mannes Peter durcheinandergebracht. Der Tod ihres gemeinsamen Kindes, sowie die einstigen Gestaltungsregeln des Gatten, einem minimalistisch und unangenehm perfektionistisch arbeitenden Architekten, können nun nicht mehr verdrängt werden.

Besonders die blaustichigen Aufnahmen der kalten Architektur des vom Ex-Mann entworfenen Designer-Hauses und die immer wiederkehrenden Bildbrüche durch romantische Malerei und antike Möbel weisen den Wunsch zum Neuanfang Saras auf. Auch ihr Untermieter, der serbische Musiker Bogdan, der Regeln nicht zu kennen scheint, deutet auf die Brüche im Gefüge ihres in Jahren entstandenen Gedanken-Gefängnisses hin.

Unni Straume vermag es, diese Beziehungsgeflechte mit ihrem dokumentarisch-geschulten Auge einerseits auszuleuchten, im nächsten Moment wieder durch unvorhersehbare Handlungseinbrüche zu verwerfen. 1970-01-01 01:00

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Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #34.
© 2012, Schnitt Online

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