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Mulan

USA 1998. R: Tony Bancroft, Barry Cook. B: Robert D. San Souci. M: Jerry Goldsmith.
Buena Vista ab 19.11.98
Von Annette Groschke Die 2000 Jahre alte, chinesische Legende von Hua Mu Lan, die als Mann verkleidet anstelle ihres Vaters in den Krieg zog und die chinesischen Truppen zum Sieg führte, ist diesmal die Vorlage für den neuesten Disney-Film. Wie gewohnt gibt es die Guten und die Bösen, neu ist jedoch der Schauplatz.

Das 36. Zeichentrick-Werk der Disney Studios ist die erste in Asien angesiedelte Story. Mulan kämpft gegen die Hunnen und deren schurkischen Anführer Shan Yu, die nach China eingedrungen sind und nicht zuletzt auch, enttarnt, gegen den Chauvinismus ihrer Kampfgenossen. Unterstützt wird sie dabei von ihren Sidekicks: Cri-Kee der Grille und Mushu dem Drachen, der ihr in Sachen Komik eindeutig die Show stiehlt. Allein aus dem Grund, daß Mushu von Eddie Murphy gesprochen wird, sollte man sich diesen Film im Original ansehen, denn Murphys »I ain't gonna talk to you no more« Street Talk ist unnachahmlich.

Wenn man bei den eher harmlosen Stereotypien (China = Reis, Bambus, Kung Fu und Pandabär) ein Auge zudrückt, hat man den good clean fun, für den Disney steht: schön gezeichnete, bunte Bilder, schmissige Songs und beeindruckende, computergenerierte Massenszenen. Etwas »spiciger« wird der Film im Vergleich zu seinen Vorgängern dadurch, daß die Heldin den männlichen Charakteren eindeutig überlegen ist und ihr Lebensinhalt sich nicht darin erschöpft, einen Mann abzukriegen. Deshalb bleiben die Zuschauer diesmal von einer schnulzig-romantischen Liebesgeschichte verschont. Stattdessen absolviert Mulan einen an Rocky-Filme erinnernden Trainings-Parcours und glänzt in Action-Szenen, die einem »Indiana Jones« würdig wären. 1970-01-01 01:00

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #12.

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