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Moonlight & Valentino

USA 1995. R: David Anspaugh. B: Alan Simon. K: Julio Macat. S: David Rosenbloom. M: Howard Shore. D: Whoopi Goldberg, Kathleen Turner, Elizabeth Perkins, Jon Bon Jovi u.a.
104 Min. CI ab 4.7.96
Von Stephan Domeratzki David Anspaugh schildert das erste Jahr von Rebecca (Elizabeth Perkins) nach dem Unfalltod ihres Mannes. Stiefmutter Alberta (Kathleen Turner), ihre Schwester und ihre beste Freundin (Whoopi Goldberg) helfen Rebecca, die Trauer zu überwinden, und werden dabei auch von eigenen Problemen eingeholt. Nach einer kurzen Affäre mit einem Anstreicher (Jon Bon Jovi) muß Rebecca erkennen, wie sehr ihr Leben von ihrem Ehemann bestimmt wurde und daß sie sich nun auf eigene Beine stellen muß. Doch anstatt dies zu tun, bleibt ihr nur die Erkenntnis, wie sehr sie ihren Mann geliebt hat und wie leer das Leben ohne ihn sein wird.

Anspaugh erzählt diese Geschichte ohne Höhen und Tiefen und zeigt eine deutliche Einfallslosigkeit bei der Auswahl der Kameraeinstellungen. Die hauptsächlich verwendeten halbtotalen und halbnahen Einstellungen halten den Zuschauer immer auf Distanz und geben ihm nicht die Möglichkeit, wirklich mit den Charakteren mitzufühlen und deren emotionelle Reaktionen zu verstehen.

Damit bleibt die Frage, was der Film beim Zuschauer erreichen will, offen. Der nur mäßige Unterhaltungswert macht den Besuch im Kino nicht zwingend. Sollte so das moderne Frauenbild in den USA gezeichnet werden, dann scheint die amerikanische Frau wie Rebecca doch nur in die Arme des dominierenden Ehemanns zurückkehren oder wie Alberta endlich wieder die klassische Mutterrolle übernehmen zu wollen. 1970-01-01 01:00

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Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #03.
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