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Die Monster AG

Monsters Inc. USA 2001. R: Peter Docter, David Silverman, Lee Unkrich. B: Jill Culton, Dan Gerson u.a. S: James Austin Stewart. M: Randy Newman. P: Pixar, Disney.
92 Min. Buena Vista ab 31.1.02
Von Manuela Brunner Als ob die »Sesamstraße« es nötig hätte, neu erfunden zu werden! Es wäre zwecklos, die Verwandtschaft der Monster AG mit Grobi, Krümel und Co. zu leugnen, doch wer würde dem Pixar-Team aus dieser edlen Ahnenreihe einen Strick drehen wollen?

Vereint sich hier doch das Beste von Kermit dem Frosch, Woody dem Cowboy und den grünen Dreiäugigen aus Toy Story in Monster Mike. Dafür ist die Fell-Animation, die einst nur einem kleinen Hund zur Ehre gereichte, jetzt in vollendeter Perfektion an Monster Sulley zu bestaunen.

Und um das alte Diktum zu bestätigen, der Animationsfilm suche sich die Stilmittel des Spielfilms durch die Hintertür zu erobern, leistet sich Peter Docter echte Orson-Welles-Romantik in endlosen »Kamerafahrten« durch die Hallen der Firma »Monsters Inc.«. Dazu klassische Buddy-Movie-Muster für die Dialoge, und los geht's: Die uralte Kinderangst vor dem bösen Ding im Schrank wird ad absurdum geführt. Kinderschreck ist für Ungeheuer ein angesehener, gut bezahlter Job.

Weil Kinder bekanntermaßen hochgefährlich sind, bricht in Monstropolis Panik aus, als eines Nachts ein kleines Mädchen das friedliche Paralleluniversum kontaminiert. Ganz à la carte folgen Slapstick-Einlagen, Verfolgungsjagd und Happy End. Wir wissen, was gespielt wird und spielen, disneyfilm-regressionsbedingt, freudig mit: Mag die Merchandising-Welle rollen und die Schranktüren-Achterbahn durch die Themenparks sausen, der alte Disney in seinem Trickfilm-Olymp hebt wohlwollend die Hand zum Segen, wenn vom Lachen erschöpfte Menschenmassen den Kinosälen entströmen. 1970-01-01 01:00

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #25.

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