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Mississippi Delta – Im Sumpf der Rache

Heaven's Prisoners. USA 1995. R: Phil Joanou. B: Harley Peyton, Scott Frank. K: Harris Savides. M: George Fenton. S: William Steinkamp. D: Alec Baldwin, Kelly Lynch, Mary Stuart Masterson, Teri Hatcher, Eric Roberts u.a.
132 Min. CI ab 27.6.96
Von Ralf Möller Dave Robicheaux (Alec Baldwin) hat seinen Job bei der Polizei aufgegeben, dem Alkohol abgeschworen und ist von New Orleans in die Nähe des Golfs von Mexiko gezogen. Hier betreibt er mit Ehefrau Annie (Kelly Lynch) einen kleinen Bootsverleih. Ihr idyllisches Leben findet ein jähes Ende, als sie Zeuge eines Flugzeugabsturzes werden. Bei der Suche nach möglichen Hintergründen des Absturzes, den ein kleines Mädchen als einzige überlebt hat, wird Dave in ein Geflecht aus Mord, Drogen und Korruption verwickelt. So landet er wieder in der Welt, die er eigentlich für immer verlassen wollte.

Es läuft alles langsamer im Süden der USA. Die schwüle Hitze gibt die Geschwindigkeit vor – auch in Phil Joanous Mississippi Delta. Der Film scheint in Trägheit zu versinken. Doch die spärlichen, aber mitreißend inszenierten Actionsequenzen zerren sowohl den Zuschauer als auch die von Alec Baldwin verkörperte Hauptfigur immer wieder aus der Lethargie. Er ist ein Held des Film noir. Müde schleppt er sich durch eine immer auswegloser werdende Welt des Bösen. Umgeben von drei Frauen: Mary Stuart Masterson als blonder Engel, Teri Hatcher als schwarzhaarige Xanthippe (mit blauem Delphin) und Kelly Lynch als die bodenständige Frau, die er liebt.

In puncto atmosphärische Dichte schließt Mississippi Delta nahtlos an Joanous Gangsterfilm State of Grace an. Ob Hell's Kitchen in New York oder die Sümpfe Louisianas – der Regisseur macht den Ort des Geschehens für den Zuschauer spürbar. Man taucht für zwei Stunden in eine andere Welt ein. So sollte Kino sein. 1970-01-01 01:00

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #03.
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