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Mission: Impossible

USA 1996. R: Brian de Palma. B: David Koepp, Robert Towne. K: Stephen H. Burum. S: Paul Hirsch. M: Danny Elfman. D: Tom Cruise, Jon Voight, Henry Czerny, Emmanuelle Béart, Jean Reno, Kristin Scott Thomas, Vanessa Redgrave u.a.
110 Min. UIP ab 8.8.96
Von Claudia Dostal Als noch nicht alle Welt Quentin Tarantino Gott nannte, gab es einige wenige Kinobegeisterte, die Brian de Palma verehrten, und die hatten ihn wenigstens – anders als es heute bei Tarantino ist – für sich. Damals fand der große Teil des linksalternativen Programmkinopublikums Brian de Palma noch inakzeptabel, weil er gewaltverherrlichend und sexistisch geschimpft wurde. Natürlich macht Brian de Palma längst keine experimentellen Filme mehr. Statt dessen produziert de Palma heute einen Megaseller, der vielleicht nicht so eigen ist wie seine früheren Filme, aber nach langer Zeit so etwas wie die Quintessenz des Agenten-Action-Thrillers darstellt.

Mission: Impossible ist ein absolut perfekter Film. Ich möchte an dieser Stelle nicht auf die Geschichte eingehen, auch nicht auf die Fernsehserie der späten 60er Jahre: »Dieses Band wird sich in wenigen Sekunden selbst vernichten.« Alles wesentliche ist irgendwie ja auch geblieben. Da Mission: Impossible nun mal eine Tom-Cruise-Produktion ist, steht der Teamgeist, der »Kobra« ausgezeichnet hat, vielleicht etwas weniger im Mittelpunkt. Möglicherweise kann man dem Film vorwerfen, daß er seine europäische Starriege zu Gunsten von Mr. Cruise ein bißchen vernachlässigt. Aber auch das soll mich jetzt nicht interessieren.

Vergleicht man Mission: Impossible mit anderen Agentenfilmen der letzten Zeit, »James Bond« oder True Lies, so begeistert vor allem die Ökonomie der Inszenierung: Es gibt keinen überflüssigen Moment in diesem Film. Die Story ist schlicht und geradlinig, mit äußerster Präzision erzählt. De Palma schafft es, in der grandiosen Schlüsselszene gänzlich ohne Musik- und Geräuschuntermalung nur mit der Großaufnahme eines Schweißtropfens mehr Spannung zu erzeugen, als Bond mit den allerhanebüchensten Sprüngen in Flugzeuge. Mission: Impossible hat mich keine Sekunde gelangweilt. 1970-01-01 01:00

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Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #03.
© 2012, Schnitt Online

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