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Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich

Meet the Fockers. USA 2004. R: Jay Roach. B: Jim Herzfeld, John Hamburg. K: John Schwartzman. S: Jon Poll, Lee Haxall. M: Randy Newman. P: DreamWorks, Universal, Tribeca u.a. D: Robert De Niro, Ben Stiller, Dustin Hoffman, Blythe Danner, Barbra Streisand u.a.
115 Min. UIP ab 17.2.05

Reine Nervensache

Von Frank Brenner Erst im Jahr 1999 entschloß sich der renommierte und vielfach ausgezeichnete Ausnahme-Mime Robert De Niro, der als bester Schauspieler seiner Generation gilt, sich einem Imagewandel zu unterziehen und filmisches Neuland zu betreten. Mit dem Film Analyze This drehte er erstmals eine Komödie. Zwar war er auch hier in seiner Paraderolle als Mafioso besetzt, wußte den Part aber mit erstaunlichem Geschick ironisch zu brechen und empfahl sich deswegen auch in Folge für Rollen in Filmen der leichten Muse. Seinen bislang größten Erfolg in diesem Genre konnte er 2000 mit Meet the Parents verbuchen, der weltweit über 300 Millionen Dollar einspielte und nun seine lang erwartete Fortsetzung erfährt.

Die tatsächlich ins Land gestrichenen fünf Jahre werden in der Filmhandlung aus dramaturgischen Zwecken verkürzt, denn schließlich geht es nach dem Bekanntwerden Gregs mit seinen zukünftigen Schwiegereltern nun darum, daß sich kurz vor der Hochzeit auch die jeweiligen Elternpaare kennenlernen. Der Ex-CIA-Agent Jack Byrnes beäugt Gregs Eltern natürlich auf ähnlich mißtrauische Weise, mit der er seinerzeit Greg selbst unter die Lupe nahm. Und die Fockers könnten den Byrnes' auch wohl kaum unähnlicher sein, das anstehende gemeinsame Wochenende schickt sich an, eine einzige Katastrophe zu werden.

War das Aufeinandertreffen Gregs mit seinen Schwiegereltern noch ein leidlich unterhaltsames Vergnügen, kann Komödienspezialist Jay Roach in dieser genialen Fortsetzung umso besser nachhaltige Akzente setzen. Natürlich ist der Zugewinn Dustin Hoffmans und Barbra Streisands ein nicht zu unterschätzender Pluspunkt des Films. Die beiden spielen auf grenzgeniale Weise ein Alt-Hippie-Pärchen, das in trauter Zweisamkeit miteinander lebt, auch im Alter noch seine Sexualität in vollen Zügen genießt und auch ansonsten kein Blatt vor den Mund nimmt. Die Streisand kann nach fast zehnjähriger Leinwandabstinenz wieder uneingeschränkt überzeugen, und auch Hoffman war selten ausgelassener und vergnügter als hier. Aber den durchschlagendsten Erfolg verbucht sicherlich der von den Zwillingen Spencer und Bradley Pickren dargestellte Enkel Robert De Niros. Das Drehbuch sieht vor, daß De Niro aus dem Baby eine Art Wunderkind machen möchte und dem Kleinen deswegen schon vor dem Sprechen beigebracht hat, mittels Pantomime zu kommunizieren. Die Gags, die Jay Roach mit einem exzellenten Timing aus den mimischen Qualitäten seines Jungstars zaubern kann, sind einfach göttlich. Für diese Art der anspruchslosen, aber überaus unterhaltsamen Filmkomödie sind die Amerikaner einfach die talentiertesten Handwerker. 1970-01-01 01:00
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