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Meine Braut, ihr Vater und ich

Meet the Parents. USA 2000. R: Jay Roach. B: Greg Glienna, Mary Ruth Clarke, Jim Herzfeld, John Hamburg. K: Peter James. S: Jon Poll. M: Randy Newman. P: Dreamworks, Tribeca, Universal. D: Robert De Niro, Ben Stiller, Teri Polo, Blythe Danner u.a.
108 Min. UIP ab 7.12.00
Von Manuela Brunner »Du bist der Mensch, mit dem ich den Rest meines Lebens verbringen will.« Schmalz, trief, nein danke. Diesen Satz, der schon am romantischen Höhepunkt eines Films kaum zu ertragen ist, serviert uns Meet the Parents mit einem hundeäugig blickenden Ben Stiller gleich in der ersten Einstellung. Schnitt auf den Angesprochenen, und der ruft das befreiende, erste Grinsen des Films hervor, das sich über die nächsten 108 Minuten als die adäquate Gesichtsmuskelkonstellation für die Rezeption erweisen wird.

Kaum etwas ist wirklich neu an diesem Film, aber damit wirkt er nicht altbacken, sondern ist sich seiner Genre-Tradition voll bewußt und nutzt bekannte Elemente, die erstaunlicherweise immer wieder funktionieren. Wortwitze über den Namen der Hauptfigur »Focker« (was erwarten wir schon anderes von Jay Roach?) oder entkommene Haustiere, die unter Einsatz des eigenen Lebens gerettet werden müssen.

Die Story des potentiellen Schwiegersohns, der die Eltern der Freundin trifft, wurde schon in allen möglichen Varianten unzählige Male durchexerziert. Aber es gab noch nie die Gelegenheit, einen zu Höchstform auflaufenden Ben Stiller und einen immer noch unglaublich coolen Robert De Niro bei diesem Eiertanz zuzusehen. Stiller darf seine Nummer als »Nice Jewish Boy«, der in jedes Fettnäpfchen tappt, bis an die Belastbarkeitsgrenze der Lachmuskeln ausspielen, und De Niro erfreut mit augenzwinkernden Referenzen auf seine Mafia-Zeiten: »Mi casa è tu casa!« Absolut stimmig und mit einem sicheren Gespür für Timing wird die Situation zwischen den beiden Darstellern auf die Spitze getrieben, bis das Haus in Flammen und der Garten unter Wasser steht.

Meet the Parents ist eine klassische Romantic Comedy, ein Gebrauchsfilm im besten Sinne des Wortes, sei's für die nötige Dosis guter Laune nach einem miesen Tag oder auch als Eisbrecher für die nächste Verabredung. 1970-01-01 01:00
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