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Ein Mann sieht rosa

Le placard. F 2000. R,B: Francis Veber. K: Luciano Tovoli. S: Georges Klotz. M: Vladimir Cosma. P: Gaumont, Efve, TF1. D: Daniel Auteuil, Gérard Depardieu, Thierry Lhermitte, Michel Aumont u.a.
84 Min. Tobis ab 29.11.01
Von Frank Brenner Francis Veber ist einer der renommiertesten und verläßlichsten Komödienregisseure Frankreichs. Mit seinem neuesten Film knüpft Veber nahtlos an seine großen Hits aus den 70er und 80er Jahren an. Es geht um Homosexualität, die sich in den letzten Jahren auch in großen Hollywoodproduktionen wachsender Beliebtheit erfreut.

Doch hier ist es ein wenig anders. Daniel Auteuil markiert in der Hauptrolle nur den Schwulen, damit er seinen Arbeitsplatz nicht verliert. Was früher ein Kündigungsgrund war, bewirkt im modernen 21. Jahrhundert also eher das Gegenteil. Leicht hätte aus diesem Stoff eine allzu platte Burleske werden können, doch Veber versteht nach wie vor sein Handwerk, und so ist der Film meilenweit von Peinlichkeiten entfernt. Auteuil muß nicht tuntig durch den Film tänzeln, um die Farce aufrecht zu erhalten. Mit Hilfe eines gefakten Fotos wird unter seinen Kollegen der falsche Verdacht gesät – und von da an läuft alles wie von selbst.

Anders als französische Genrehits wie La cage aux folles und Pédale douce hat dieser Film überhaupt nichts künstlich Schrilles an sich, sondern ist auf natürliche Weise spritzig-unterhaltsam. Überaus angenehm fällt dann dabei auch auf, daß die einzige wirklich homosexuelle Figur des Films durch ihre Normalität besticht. Daß Ein Mann sieht rosa so gut funktioniert, liegt am versierten Zusammenspiel des gesamten Produktionsteams. Francis Vebers Komödientiming und sein Gespür für optische Gags und zielsicher gesetzte Schnitte ergeben ein routiniert-professionelles Gesamtbild, dessen Erzähltempo durch den Score Vladimir Cosmas beschwingt vorangetrieben wird. 1970-01-01 01:00

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Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #24.
© 2012, Schnitt Online

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