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Lügen haben lange Beine

The Truth about Cats and Dogs. USA 1995. R: Michael Lehmann. B: Audrey Wells. K: Robert Brinkmann. S: Stephen Semel. M: Howard Shore. D: Uma Thurman, Janeane Garofalo, Ben Chaplin, Jamie Foxx u.a.
97 Min. 20th Century Fox ab 25.7.96
Von Dirk Steinkühler Die erfolgreiche Radiomoderatorin Abby (Janeane Garofalo) kennt die Wahrheit über Katzen und Hunde, doch der Fotograf Brian (Ben Chaplin) kennt nicht die Wahrheit über Abby und Noelle (Uma Thurman). Nachdem die Tierspezialistin ihm helfend zur Seite gestanden hat, als er mit einer hysterischen dänischen Dogge zu kämpfen hatte, möchte Brian seiner Retterin mit der charmanten Stimme unbedingt begegnen. Die in Beziehungsfragen wenig selbstbewußte Abby gibt ihm allerdings die Beschreibung ihrer attraktiven Nachbarin Noelle. Durch Zufall trifft Brian bei einem Besuch im Sender auf Noelle und hält sie natürlich für Abby. Da die Damen zunächst wenig Interesse an Brian zeigen, lassen sich beide auf die Scharade ein, bis es ihnen immer schwerer fällt, sich seinen Reizen zu entziehen. Wer liebt also schließlich was und wen?

In Michael Lehmanns Lügengebilde stecken jede Menge Wahrheiten über vermeintlich häßliche Enten, schöne Elfen und ungeschminkte Gefühle. Sie werden unaufdringlich in eine spritzige Story verwoben, die immer den richtigen Ton trifft und durch Lehmanns leichtfüßige Inszenierung nicht im üblichen Ruckzuck-Verfahren endet. Garofalo und Chaplin fallen durch ihre facettenreicheren Charaktere positiver ins Gewicht als Uma Thurman, doch muß sie sich nicht hinter ihrem Starstatus verstecken. Insbesondere die gemeinsame Fotosession lebt von dem erstaunlichen Minenspiel aller drei Schauspieler. Und wer endlich wirklichen Telefon-Sex miterleben möchte, sollte sich Lehmanns Sommerkomödie nicht entgehen lassen. 1970-01-01 01:00

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #03.
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