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Liebe mich, wenn du dich traust

Jeux d'enfants. F/B 2003 R,B: Yann Samuell. B: Jacky Cukier. K: Antoine Roch. S: Andrea Sedlácková. M: Philippe Rombi. P: Nord-Oues u.a. D: Guillaume Canet, Marion Cotillard, Thibault Verhaeghe, Joséphine Lebas-Joly u.a.
93 Min. Alamode ab 12.8.04

Glück im Spiel!

Von Sarah-Mai Dang Das Spiel. Besser als Nutella, Ecstasy und Sex. Besser als Freiheit, besser als Leben. Nur wer viel aufs Spiel setzt, kann gewinnen und glücklich sein. Und das ist besser als alles andere auf der Welt. Das sagt sich jedenfalls Julien, der unsterblich in Sophie verliebt ist. Liebe mich, wenn du dich traust erzählt ihre über vierundzwanzig Jahre dauernde Beziehung genau so wie sie verläuft: todernst und spielerisch zugleich. Wie bereits in seinen Kurzfilmen greift Yann Samuell in seinem ersten langen Spielfilm tief in seine Trickkiste und zaubert mit ausgeklügelten Spezialeffekten und simplem Pappdekor.

Liebe ist, genauso wie das Leben, ein großes Spiel: Halten sich die Beteiligten an die Regeln, kommen sie sicher und gerade zum vorgegebenen Ziel, tun sie dies nicht, begeben sie sich auf eine riskante Achterbahnfahrt, bei der sie alles verlieren, aber noch viel mehr gewinnen können. Julien und Sophie sind der Spiellust verfallen und können nicht mehr aufhören. Auch nicht, als sie älter werden. Die beiden Revoluzzer wollen sich keinen Regeln unterordnen. Beim autoritären Schuldirektor pinkelt Julien ins Büro, bei den miefigen Professoren trägt Sophie ihre Wäsche nicht unter, sondern über der Kleidung.

Liebe mich, wenn du dich traust riskiert einiges. Mit seiner märchenhaften Komödie bewegt sich Yann Samuell stets knapp an der Grenze zur kitschigen Inszenierung. Der Film verliert trotz weniger Überschreitungen jedoch nicht wirklich, sondern geht als Sieger hervor. 1970-01-01 01:00

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #35.
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