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Legend of the Evil Lake

Cheonnyeon ho. ROK 2003. R: Lee Kwang-hoon. B: Hong Ju-ri. K: Kim Yoon-soo, Lu Yue. S: Lee Hyun-mi. M: Lee Dong-jun. P: Hanmak Movies. D: Jeong Jun-ho, Kim Hyo-jin, Kim Hae-ri, Cho Won-seok u.a.
92 Min. 3L Filmverleih ab 30.12.04

Besessen

Von Frank Brenner Mehr noch als die meisten anderen Kulturen scheint die asiatische auch heutzutage noch in ihrer Vergangenheit verwurzelt zu sein und ihr Interesse an Mysterien und Legenden zu pflegen. Nicht zuletzt in den Spielfilmen aus Asien spiegelt sich diese Tradition wieder, und der erfreuliche Umstand, daß in den letzten Jahren diese Werke auch hierzulande verstärkt in den Kinos gezeigt werden und erfolgreich sind, läßt uns nun mehr und mehr an diesen phantastischen Stoffen teilhaben. Einen der erfolgreichsten Filme dieser Gattung stellt Ang Lees Fantasy-Epos Tiger & Dragon dar, der nicht nur mit westlichen Preisen überhäuft wurde, sondern darüber hinaus auch ein großes, begeistertes Publikum in Europa und Amerika gefunden hat. Lee Kwang-hoons Legend of the Evil Lake fügt sich nach ästhetischen Gesichtspunkten nahtlos an Ang Lees Meisterwerk an, fällt in vielerlei Hinsicht aber naturalistischer und brutaler aus.

Im 9. Jahrhundert herrscht seit Jahren die Kaiserin Chinsong, die sich aber beständig gegen Aufstände rebellischer Untertanen mit Hilfe des Militärs erwehren muß. In ihren General Biharang ist sie heimlich verliebt, dieser jedoch bevorzugt das arme Bauernmädchen Jaunbi. Als Jaunbi aus dem Weg geräumt werden soll, stürzt sie sich auf der Flucht vor ihren Mördern in einen verfluchten See und wird daraufhin vom Geist eines ermordeten Stammesführers besessen, der an der Kaiserin Rache nehmen und das Land zurückerobern will.

Wie die meisten Martial-Arts-Filme kennzeichnet auch Lees (Ghost in Love) neuester Film ein makelloses Verständnis von ästhetisch herausragenden Bildkompositionen und bis ins Detail stimmungsvoll choreografierten Kampfszenen. Allzu zart besaitete Gemüter seien jedoch vor seiner Radikalität beim Inszenieren des Schlachtengetümmels gewarnt, da nicht selten in Großaufnahme und mit erschreckendem Realitätsfaktor Körperteile der Kämpfenden abgeschlagen werden und anschließend durchs Bild kullern. Gerade in diesen Kriegsszenen scheint Lee sich mitunter auch ein wenig zu verlieren, wenn er unnötig oft Zeitlupenaufnahmen einsetzt und endlos lange Blutstropfen durch die Luft wirbeln läßt. Aber das sind nur kleine Ausrutscher in einem ansonsten brillant konzipierten Abenteuer-Epos, bei dem die Lust an der Imagination geweckt wird und der Zuschauer sich von phantastischen und mysteriösen Begebenheiten verzaubern lassen kann. Wie bei Tiger & Dragon schweben auch hier Menschen mit engelsgleicher Eleganz durch die Luft, nur daß von ihnen hier eine todbringende Bedrohung ausgeht. Ein überbordender Sagenstoff in perfekten, auch tricktechnisch überragenden Bildern, dessen bombastischer Orchestersoundtrack irgendwo zwischen Ennio Morricone und Howard Shore anzusiedeln ist. 1970-01-01 01:00
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