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Last Dance

USA 1996. R: Bruce Beresford. B: Ron Koslow. K: Peter James. M: Mark Isham. S: John Bloom. D: Sharon Stone, Rob Morrow, Randy Quaid u.a.
103 Min. Buena Vista ab 27.6.96
Von Dirk Steinkühler Wenn ein Regisseur versucht, sein Publikum mit einem vielversprechenden Vorspann zu beeindrucken, wird sicher schon so mancher Zuschauer mißtrauisch; insbesondere, wenn ihn Sharon Stone als zum Tode verurteilte Doppelmörderin erwartet. Während unten ihr Name auftaucht, tanzen oben, im Zeitraffer oder mit verschiedenen Effekten verfremdet, ein Mädchen und Bilder aus vergangenen Tagen über die Leinwand.

Auch das erste Zusammentreffen der neuen, grundverschiedenen Kollegen Rick Hayes (Rob Morrow) und Sam Burns (Randy Quaid) baut eine Erwartungshaltung auf, die später nur selten erfüllt wird. Beide prüfen als Mitarbeiter des Gouverneurs, ob bei Todeskandidaten die Möglichkeit einer Begnadigung besteht. Bereits bei seinem ersten Fall entwickelt Rob Morrow mehr als nur ideologischen Enthusiasmus, um seine Klientin Cindy Liggett (Sharon Stone) vor der Giftspritze zu bewahren.

Seit Dead Man Walking kann der Zuschauer dabei nicht mehr sicher sein, ob ihm die Rettung gelingt oder ob die Verurteilte dem Tod in die Augen sehen muß. Doch wenn dieses Warten der einzige Spannungsbogen des Films bleibt, stellt sich das notwendige Interesse am Schicksal der Protagonistin nicht ein. Ron Koslows Drehbuch bietet zu wenig Überraschungen, und Morrows Jagd nach Fürsprechern ist so spannend wie eine Zugfahrt mit bekannten Stationen.

Dabei liegt es keinesfalls an der Besetzung, daß der Film an seinem Anspruch scheitert. Rob Morrow agiert mit dem charmanten Blick eines Alaska-Elchs zwar gewohnt brav, erringt aber als engagierter Kämpfer einen wichtigen Punktsieg. Sharon Stone, seit Casino auf neuen schauspielerischen Wegen, bleibt ihrer Rolle entsprechend kühl, wird aber zu wenig gefordert. So sind sie, ausgestattet mit dem Sympathie-Bonus des Betrachters, ebenso akzeptabel wie Beresfords Drama insgesamt. 1970-01-01 01:00

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #03.
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