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Ladies Man

USA 2000. R: Reginald Hudlin. B: Tim Meadows, Dennis McNicholas, Andrew Steele. K: Johnny E. Jensen. S: Earl Watson. M: Marcus Miller. P: SNL Studios. D: Tim Meadows, Kary Parsons, Billy Dee Williams u.a.
84 Min. UIP ab 30.8.01

Abschreckend

Von Matthias Grimm Manche Filme verpulvern ihre wenigen guten Gags bereits im Trailer, und die armen Menschen, die sich das Ding dann deswegen antun, stellen am Ende fest, was zu Anfang schon klar war: daß das Niveau des Films etwa den Fäkalien und Körperflüssigkeiten entspricht, die darin zu genüge ausgeschüttet werden.

Abgesehen davon, daß Ladies Man kaum genug gelungene Gags für einen ganzen Trailer besitzen dürfte, würde ich gerne meinen eigenen zusammenstellen, um jeden vor diesem Machwerk zu warnen: Ich würde mit dieser einen Szene anfangen, in der dieser Typ und sein Nebenbuhler ihre Streitigkeiten – nicht mehr so wie früher, vor der Tür oder so – mit einem eklige-Sachen-Wettessen bereinigen. Noch ganz harmlos, am Anfang, mit fettigem Fast-Food, dann eingelegte Eier – geht noch. Aber jetzt, haha: Eber-Hoden, wuuhaa, Spitzenwitz.

Und noch besser, dann, grins, kommt so was, das sieht supereklig aus, hihi, und ja, aber echt, der schiebt sich das voll in die Backe, und plötzlich sagt einer, ich faß' es nicht, was das ist, und, ja, es ist: getrocknete Scheiße! Ich schmeiß mich weg vor Lachen und den Film gleich dazu. Aber es wird noch besser: Da ist dieser Howard Stern-Verschnitt von einem Radiomoderator, Sie wissen schon, der aus Private Parts. Und, nicht zu glauben!, der bekommt 'nen Aushilfsjob beim Kirchensender, so aus Versehen. Und dann interviewt er diese Nonne, juhu, und die erzählt ihm, sie hat gerade eine Missionarsstellung angenommen, wuuuhaaa! In Bangkok, und da ist es so feucht, aber sie hat ganz viel und ganz tief in sich aufgenommen!

Zugegeben, Ladies Man erreicht nicht jederzeit dieses Niveau, streckenweise ist er einfach nur nicht komisch und beschränkt sich auf pubertäre »Damals, als ich Frau Nr. 5623 vögelte…«-Anekdoten. Zwei Gags sind immerhin annäherungsweise gelungen, und damit wirklich kein Grund mehr besteht, sich diesen Film anzusehen, werde ich sie hiermit feierlich beschreiben: In der ersten Szene legt eine Meuchelmeute kurz vor ihrem geplanten Mord an dem notgeilen Radiomoderator eine wunderbare Musical-Einlage hin wie zu Hollywoods schlimmbesten Zeiten – das hat swing und ist originell. Die zweite geht so: Da ist nämlich dieser Erzähler, Billy Dee Williams, der ist so ähnlich wie John Cusack in High Fidelity, also: Der quatscht eben ständig in die Kamera und gibt Kommentare ab, obwohl er ja ein Charakter in dem Film ist. Das Witzige ist: Im Gegensatz zu High Fidelity hören die Leute um ihn herum jedes Wort und machen ihn ständig dumm an, warum er dauernd alberne Geschichten in die Luft labern würde. Und einmal, da spielt die Szene ganz woanders, weit und breit kein Erzähler in Sicht, und plötzlich ist er aber am Telefon und erzählt wieder mit seiner sonoren, altweisen Stimme – gar nicht übel, oder?

Das war's aber auch schon, und wer jetzt noch widersprechen will, weil er immer noch meint, daß Saturday Night Live-Komiker für gute Komik bürgen würden, der soll nachher nicht sagen, was zu Anfang schon klar war: Ich habe ihn gewarnt. 1970-01-01 01:00
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