Von Nikolaj Nikitin
Die urklassische Boy-Meets-Girl-Geschichte bindet der finnische Regisseur Mika Kaurismäki geschickt in das Treiben der ach so wichtigen Filmbranche in L.A. rund um einen planlosen schottischen Friedhofswärter und eine kellnernde Schauspielerin ein. Ersterer reist spontan seiner großen Liebe hinterher. In L.A. angekommen, ist er wahrlich ›clouless‹, will aber unbedingt seinen Weg als Drehbuchautor machen.
Gespickt mit Filmzitaten gelingen dem Regisseur einige witzige Sprünge zwischen den filmischen Ebenen. Gerade zollt er noch seinem Bruder Aki Kaurismäki Tribut, als die Protagonisten sich
Das Leben der Bohème im Kino anschauen, schon wandern wir von der Leinwand im Film zur ›Realität‹ im Film. Im Hitchcock-Jahr durfte eine Hommage an den überschätztesten Filmemacher dieses Jahrhunderts natürlich nicht fehlen, so erleben wir als Reminiszenz an
Vertigo eine schwindelerregende Kamerafahrt, die auf dem Filmplakat endet.
Die erfrischend agierenden Schauspieler und das chaotisch überzeichnete Bild der Filmmetropole bieten für alle, die selber schon mal daran gedacht haben, dem Rufe Hollywoods zu folgen, einen amüsanten Abend. Das absolute Highlight ist allerdings die Ehrerbietung an einen ganz großen Regisseur und seinen Film mit einem grandiosen Schauspieler. Dieser gibt einen Kurzauftritt – einen sogenanntes ›Cameo‹ – darf allerdings laut vertraglichen Absprachen nicht mit Promotion-Aktivitäten bezüglich des Films in Verbindung gebracht werden. His Name is: Johnny Depp und der Regisseur Jim Jarmusch. Falls Sie den Filmen kennen, haben Sie die erste Hürde auf dem Weg zum Megaproduzenten übersprungen.