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Die Kühe sind los

Home on the Range. USA 2004. R,B: William Finn, John Sanford. S: H. Lee Petersen. M: Alan Menken. P: Walt Disney.
77 Min. Buena Vista ab 2.9.04

Wiederkäuer

Von Katherine Rich Obwohl er als der letzte 2-D Zeichentrickfilm des legendären Disney Studios beworben wird, steht Die Kühe sind los den »Looney Tunes« von Warner Brothers sehr viel näher. Der Film spielt in einer Welt, wo auf verletzten Köpfen lange Beule wachsen und sich Sterne drum herum drehen und jede Figur selbst nach härtesten Schlägen schnell wieder auf den Beinen ist. Wäre um diese Klamaukroutine herum eine durchdachte Handlung gebaut, hätte Die Kühe sind los mehr als ein verlängerter »Looney Tunes«-Sketch sein können. So aber werden sich Kinder und Eltern fragen, was beim Produzenten von Klassikern wie Schneewittchen und die sieben Zwerge und Die Schöne und das Biest hier wohl bloß daneben ging.

Die Ausstellungskuh Maggie und ihr Bauer werden von ihrer Farm vertrieben, was schnell vergessen ist, sobald sie auf der »Patch of Heaven«-Farm landen, wo die Tiere wörtlich genommen vor Glück tanzen. Doch bald ist die Farm von der Pleite bedroht, und Maggie und die anderen Kühe müssen sie retten. Das alles geschieht arg schnell, und das Abenteuer beginnt, noch bevor irgendein Zuschauer verstanden hat, was eigentlich vor sich geht. Die Kühe selbst finden sich unvermittelt auf der Jagd nach einem jodelnden Viehdieb wieder, um die Belohnung zu kassieren. Außerdem müssen sie gegen ein übereifriges Pferd und seinen Reiter und schließlich gegen einander selbst antreten.

Die Kühe sind los exerziert die Stationen eines typischen Zeichentrickabenteuerfilms durch, in dem die Heldinnen und ein lustiger Sidekick die Bösewichte schnappen und schließlich alle Probleme lösen. Zwischendurch gibt es ein paar amüsante visuelle Gags und Nebenfiguren, aber die sorglose Zeichnung von Charakteren und deren Motivation macht den Film zu einer bloßen Abfolge schwacher Witze.

Der Zeichentrickfilm hat im letzten Jahrzehnt große Sprünge vorwärts gemacht, von der visuellen Dekadenz des Lion King bis zu den neuesten Erfolgen der Computeranimation. Die Filme, die erfolgreich waren, haben Kinder wie ein kritisches Publikum behandelt, das vielfältige Charaktere und bedeutende Handlungen versteht und trotzdem gleichfalls über die Furzwitze lachen kann. Selbst wenn Filme wie Die Kühe sind los zeitweise zu unterhalten verstehen: Auch Kinder lernen, gute Filme zu erkennen und werden in Folge dessen Werke wie dieses schnell vergessen, nachdem sie ihre Schlüsse gezogen haben. 1970-01-01 01:00
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