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Kreuz und queer

Bedrooms and Hallways. GB 1997. R: Rose Troche. B: Robert Tarrar. K: Ashley Rowe. S: Chris Blunden. M: Alfredo D. Troche, Ian MacPherson. D: Kevin McKidd, Hugo Weaving, Simon Callow, Tom Hollander u.a.
96 Min. Arthaus ab 27.1.00
Von Sophia Dauber Vom Production Value-Kaliber einer schwulen Hollywoodkomödie à la In & Out ist Kreuz und queer zwar nicht, aber dennoch gibt es genügend Gründe, sich dieses kleine Kabinettstück sexueller Verwirrtheiten anzuschauen. Das liegt z.B. an der vertrackten Ausgangssituation, mit der sich Hauptfigur Leo konfrontiert sieht: Während er sich im hartnäckigen Ignorieren des 30. Geburtstags übt, haben die reizenden Freunde eine Überraschungsparty organisiert. Daß Leo erstmal genervt die Zimmertür hinter sich zuknallt und für den geneigten Zuschauer Revue passieren läßt, wie es zu der Ansammlung scheinbar inkompatibler Persönlichkeiten kommen konnte, die da draußen auf ihn wartet, läßt Kreuz und queer zu einem (fast) reinen Vergnügen werden.

Thematisch viel Neues zu bieten hat er als weitere Variation einer Schwulenkomödie zwar wahrlich nicht, dennoch gibt es genügend Gründe, sich dieses kurzweilige Machwerk anzuschauen. Das reicht von einem glänzend aufgelegten Darstellerensemble, das die gesamte Palette menschlicher Exzentrik zum besten gibt, über eine liebevoll detailfreudige Ausstattung bis hin zu den brillanten britisch-humorigen Dialogen. Diese zuckersüß dahingesäuselten Bosheiten sind es dann auch, die dafür sorgen, daß der Film trotz einiger narrativer Längen im Mittelteil im entscheidenden Moment wieder an Tempo gewinnt. Auch wenn das ein oder andere so oder so ähnlich schon zu sehen war, weiß der Film seine abseitigen Abgründe menschlicher Sehnsucht zu einem amüsanten Ganzen zu verbinden. 1970-01-01 01:00

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Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #17.
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