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Kops

Kopps. S 2003. R,B: Josef Fares. B: Mikael Håfström, Lars Johansson. K: Aril Wretblad. S: Andreas Jonsson, Michal Leszczylowski. M: Daniel Lemma, Bengt Nilsson. P: Memfis Film. D: Fares Fares, Torkel Petersson, Eva Röse u.a.
90 Min. Solo Film ab 13.11.03

Kleinstadtrevier

Von Tamara Danicic Ein überaus beschauliches Nest, dieses schwedische Högsboträsk; da könnte wohl selbst Meisterdetektiv Kalle Blomquist überlegen, seinen Job an den Nagel zu hängen. So schlagen die sechs örtlichen Polizisten die Zeit im wesentlichen damit tot, mit reizenden alten Damen zu pokern, in Heimarbeit Schweißbänder anzufertigen oder ausgebüchste Kühe wieder einzufangen. Bedroht wird die bukolische Idylle jedoch, als die Zentrale den Laden mangels Kriminalität dicht machen will.

Da ist Erfindungsreichtum gefragt. Und so verwandeln die Kops Jacob und Lasse das verschlafene Kaff in eine Brutstätte von Kriminalität, Chaos und Mafia. Für ihren Kollegen Benny – den der »European Shooting Star 2003« Torkel Petersson leichthändig zum Leben erweckt – ein gefundenes Fressen, kann er doch nun endlich seine geballten Actionfilm-Kenntnisse auspacken und in die Fußstapfen seines Matrix-Idols Neo treten. Hier nun bricht sich der Junge im libanesisch-schwedischen Regisseur Josef Fares Bahn: Ein eindrucksvolles Special-Effects-Spektakel durchkreuzt die ansonsten eher gemächlich voranschreitende Geschichte und setzt die zitierten Vorlagen augenzwinkernd in Anführungszeichen. Es wird geklotzt, was das Zeug hält. Aber gerade diese anarchischen Einbrüche machen die Sache durchaus vergnüglich.

Was den romantischen Strang der Komödie betrifft, so ist dieser dann doch ziemlich vorhersehbar. Boy meets girl nach einigen in den Sand gesetzten Kontaktanzeigen, girl entpuppt sich als scheinbar erbarmungslose Polizeichefin, erliegt aber schließlich den dunklen Unschuldsaugen Jacobs. Und wenn sie nicht im Kugelhagel umgekommen sind…

Den Publikumserfolg von Jalla! Jalla! konnte Fares in seiner Heimat mit dem Nachfolger Kops locker überrunden. Eine Million Besucher bei 8,6 Millionen Schweden – können so viele Menschen irren? Wen es nach leichter, brauchbar inszenierter und solide gespielter Kurzweil gelüstet, ist hier sicherlich an der richtigen Adresse. Und die Dialoge beglücken insbesondere alle Freunde lakonischer Konversationen. 1970-01-01 01:00

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Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #32.
© 2012, Schnitt Online

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