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Die Königin der Verdammten

USA 2001. R: Michael Rymer. B: Scott Abbott, Michael Petroni. K: Ian Baker. S: Dany Cooper. M: Richard Gibbs, Jonathan Davis. P: Material. D: Stuart Townsend, Aaliyah, Marguerite Moreau, Vincent Perez, Lena Olin, Paul McGann u.a.
103 Min. Warner ab 28.3.02
Von Carsten Happe Nicht wenige Horrorfilme wandeln auf einem schmalen Grat zwischen ernstgemeintem Grusel und unfreiwilliger Komik, noch zahlreicher jene, die aus besten Absichten die größtmögliche Peinlichkeit hervorzubringen imstande sind. Den meisten Spaß entwickeln dabei natürlich die durchgehend neben der Spur entlang schlingernden Filme – der Trash eben. Dem ist Die Königin der Verdammten nicht ausschließlich zuzurechnen, vielmehr liegt diese zweite Anne Rice-Adaption in jeglicher Hinsicht im Niemandsland des Mediokren.

Glich Interview mit einem Vampir dank der phänomenalen Neuentdeckung Kirsten Dunsts und der eleganten, wenn auch schwerfälligen Inszenierung Neil Jordans einem Gang durch die Feinkostabteilung des Horrorgenres, befinden wir uns mit der Königin der Verdammten eher in einem schlechtsortierten Gemischtwarenladen. Der Vampir Lestat, seinerzeit von Tom Cruise interpretiert, feiert hier seine umjubelte Auferstehung als geheimnisumwobener Rockstar – irgendwo zwischen Ville Valo von HIM und einem jugendlich-knackigen Ozzy Osbourne. Sein plötzlicher Weltruhm, wie unmotiviert er im Film auch dargelegt wird, ruft selbstredend das lichtscheue Gesindel seiner Artgenossen auf den Plan und mit ihnen die titelgebende Herrscherin der Untoten, verkörpert, im Wortsinn, von der während der Dreharbeiten verstorbenen Aaliyah. Einer begnadeten Sängerin, allerdings begrenzt begabten Mimin, deren dämonische Vormachtstellung hier allein durch amoklaufende Special Effects gerechtfertigt wird; muß sie mal ohne diesen Budenzauber auskommen, wird's leider unfreiwillig komisch.

Als Parodie auf das Rockbusiness, die als solche hoffentlich intendiert war, gelingen dem Film durchaus einige bemerkenswerte Momente. Für ein ausgewachsenes Horrorepos jedoch kommt Die Königin der Verdammten entschieden zu blutleer daher. Einzig der publicityfördernde, allzu frühe Tod von Aaliyah und die offensichtliche Parallele zu The Crow, die zudem im Look von Stuart Townsend erneut aufgegriffen wird, verhindern die Totgeburt des Films. Lebendig ist er dennoch ebensowenig. 1970-01-01 01:00
© 2012, Schnitt Online

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