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Kekexili – Mountain Patrol

Kekexili. CN/HK 2004. R,B: Lu Chuan. K: Cao Yu. S: Teng Yun. M: Lao Zai. P: Huayi Brothers, Taihe, Columbia. D: Duo Bujie, Zhang Lei, Qi Liang, Zhao Xueying u.a.
95 Min. Die Telepaten ab 8.12.05

Krieg und Frieden

Von Nadine Sohn Der Kekexili-Nationalpark im Himalaya ist heute das größte Tierreservat Chinas und die Heimat der tibetischen Antilope. Diese war durch Wilderer vom Aussterben bedroht – bis sich Mitte der 90er eine Gruppe Freiwilliger, die Mountain Patrol, zu ihrem Schutz gründete.

Bei Kekexili handelt es sich nicht um einen Film wie Die Geschichte vom weinenden Kamel. Es sind nicht Filmemacher aus einem westeuropäischen Land, die uns durch das Erzählen einer rührenden, halbfiktiven Geschichte einen fremden Kulturkreis nahe bringen möchten. Kekexili ist ein Film aus China, der wie nebenbei nur in der atemberaubenden Landschaft des auf fünftausend Metern Höhe gelegenen Qingzang-Plateaus spielt.

Ebenso beiläufig wie die Landschaft lernen wir auch die tibetische Kultur kennen: Lieder, die die Männer abends in ihren Zelten singen, heitere Tänze, mystische Beerdigungsriten und die Mentalität der Menschen, die in einer Umgebung leben, die sich mit voller Kraft gegen sie zu wehren scheint. Denn die Landschaft, die wir in stimmungsvollen Bildern meist friedvoll und in milden Farbtönen erleben, mutiert mit der Zeit zu einer fleischfressenden Wüste, in der die Menschen gegen Treibsandfelder, Schneestürme und Sauerstoffmangel ankämpfen müssen. Dieses Klima hat die Menschen hart gemacht. Um überleben zu können, metzeln sie die Antilopen zu Hunderten ab und verkaufen die Felle auf dem Schwarzmarkt.

Doch irgendwie geht es schon lange nicht mehr um die Antilopen, die im Film quasi nie zu sehen sind. Es ist ein persönlicher Kampf zwischen zwei Männern entbrannt – der Chef der Mountain Patrol gegen den Anführer der Wilderer.

Erzählt wird dies alles aus der Sicht des Journalisten Ga Yu, der zur Aufklärung eines Mordes in das Lager der Mountain Patrol geschickt wird. Dort wird er allerdings Zeuge von immer mehr Morden, denn beide Lager gehen über Leichen und alle Menschen begeben sich gefügig in ihr Schicksal.

Mit einer ausgewogenen Mischung aus Action-Szenen und ruhigen Landschaftsaufnahmen gelingt es Lu Chuan, einen packenden Thriller mit eindrucksvoller Stimmung zu schaffen, in dem die Fronten ständig changieren und letztlich alle Parteien das Mitgefühl des Zuschauers verdienen. 1970-01-01 01:00
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