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Kebab Connection

D 2004. R,B: Anno Saul. B: Fatih Akin, Ruth Toma, Jan Berger. K: Hannes Hubach. S: Tobias Haas. M: Marcel Barsotti. P: Wüste Film, Wüste Film West. D: Denis Moschitto, Nora Tschirner, Hasan Ali Mete u.a.
95 Min. timebandits ab 21.4.05

Multikulti am Eck

Von Carsten Happe Man mag darüber streiten, wer der Multikultidebatte zuträglicher war, ein durchschnittlich pseudotoleranter deutscher Politiker oder etwa die flachen Witzchen eines Kaya Yanar. Kebab Connection jedenfalls steht letzterem deutlich näher, macht aus dem Culture Clash, den Jalla! Jalla! in Schweden oder My Big Fat Greek Wedding in den USA so erfolgreich thematisiert haben, eine ausgelassene Komödie, deren Entstehungsgeschichte ebenfalls nicht unerwähnt bleiben sollte. Ging doch Fatih Akin seit längerem mit der Idee eines ersten deutschen Kung-Fu-Films schwanger, aus der sich nun die Story um Ibo entwickelte, Amateurwerbefilmer aus dem Hamburger Schanzenviertel mit großen Ambitionen und eben diesem Bruce-Lee-Traum. So gehören auch die Szenen, in denen Ibo seine Filmidee einem Produzenten pitcht, zu den komischsten des gesamten Films.

Gewohnt lässig spielt Denis Moschitto diesen Himmelsstürmer Ibo, schwankend zwischen imaginiertem Hollywoodruhm und der nicht ganz gewünschten Schwangerschaft seiner Freundin, die zudem nicht einmal Türkin ist. Erfrischend ist das Aufeinanderprallen mehrerer Kulturen auf engstem Raum, im Freundeskreis oder im Viertel, und die liebevolle Dekonstruktion (sprich Bestätigung) gängiger Klischees über Griechen oder Italiener. Auch wenn die Inszenierung des Films letztlich kaum über konventionelle Bahnen hinausgeht und gegen Ende die Witze etwas schaler werden, besitzt Kebab Connection doch genügend Schmiß für den kleinen Hunger zwischendurch. Mit alles und scharf – nicht zuletzt durch Sibel Kekillis feurigen Gastauftritt. 1970-01-01 01:00

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #38.
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