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Kate & Leopold

USA 2001. R,B: James Mangold. B: Steven Rogers. K: Stuart Dryburgh. M: Rolfe Kent. S: David Brenner. P: Konrad Pictures. D: Meg Ryan, Hugh Jackman, Liev Schreiber, Breckin Meyer u.a.
119 Min. Fox ab 25.4.02
Von Matthias Grimm Kate & Leopold ist ein Film, wie man ihn sich nur wünschen kann. Er ist komisch, spannend und rührt zu Tränen. Dabei gelingt es ihm, in den besten Szenen sogar noch klug zu sein, ohne kitschig zu werden. Zudem ist er eine Zeitreisegeschichte, was spätestens seit Mark Twain nicht nur Abenteuer, sondern auch subtile Sozialsatire bedeutet, aus der wir alle was lernen können.

Leopold, ein Graf aus dem 19. Jahrhundert, der mit den dortigen sozialen Zwängen unzufrieden ist, verschlägt es in die Gegenwart, wo er die Karrierefrau Kate kennen und lieben lernt. Die Naivität, mit der Leopold ihre Lebenslügen und die der modernen Welt aufdeckt, ist in jeder Szene erneut erfrischend und entwaffnend wahrhaftig zugleich. Mit rigider Konsequenz tritt der Film für individuelle Freiheit ein, indem er über alle Zeitalter hinweg soziale Schranken durchbricht und ihre dogmatischen Motivationen offenlegt. Dies tut er ganz ohne erhobenen Zeigefinger mit Warmherzigkeit und Charme, Augenzwinkern und Voraussicht.

Ein munteres Schauspielerensemble vermittelt dabei stets höchst glaubwürdig die Wandlungen in den komplexen Persönlichkeiten, und das Drehbuch läßt sie nie im Regen stehen, wenn es auch in den dunkelsten Ecken der Großstadt einen Hauch von Menschlichkeit entdeckt. Kate & Leopold macht gerade in unseren Zeiten deutlich, wie wichtig solche Filme sind, die dem eigenen Leben den Spiegel vorhalten und trotz aller Widrigkeiten Lösungen anbieten, die über Verständigung und Respekt hinausgehen, die in all ihrer Vielschichtigkeit doch einfach zu begreifen sind und die moderne Gesellschaft als symbiotischen Apparat verstehen, sowohl historisch wie geschlechtlich: Die Entscheidung für die Liebe ist der einzige Weg zur persönlichen Entfaltung, zu der Freiheit, die sämtliche Mauern überwinden läßt.

Beschleicht Sie ein ungutes Gefühl? Ein Gefühl, dies sei doch irgendwie…banal? Dümmlich? Langweilig? Schon zigmal dagewesen? Ironisch gemeint? Im besten Falle komisch, spannend und rührend, aber wahrscheinlich nicht einmal das? Ein Film, von dem man nur wünschen kann, er wäre nie gedreht worden? Wie Recht Sie doch haben… 1970-01-01 01:00
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