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Kangaroo Jack

USA 2003. R: David McNally. B: Scott Rosenberg, Steve Bing. K: Peter Menzies jr. S: John Murray, William C. Goldenberg, Jim May. M: Trevor Rabin. P: Jerry Bruckheimer Films u.a. D: Jerry O'Connell, Anthony Anderson, Estella Warren, Christopher Walken u.a.
89 Min. Warner ab 29.5.03

Peinlichkeiten down under

Von Daniel Albers Richtig geraten! Dies ist der sich bei jedem der Pubertät entwachsenen Zuschauer instinktiv einstellende Gesichtsausdruck bei der sicherlich unfreiwilligen Sichtung dieses Films. Als nächster Schritt scheint einzig die panische Flucht probat, es sei denn, man ist den sicherlich vor Lachen am Boden liegenden Kleinen zuliebe ganz, ganz tapfer und hält sich durch die Konzentration auf seine Popcorn-Tüte bei Laune. Man könnte versuchen, in den unterschiedlichen Formen der aufgepoppten Knabberkörner witzige Figuren zu entdecken. Zu meinem Glück verirrte sich während der Vorstellung eine Taube in den Kinosaal. Das war vielleicht lustig!

Das bißchen Plot des Films ist schnell erzählt: Feigling wird mit seinem dicken, aber witzigen tolpatschigen Freund von seinem Mafiaboß-Stiefvater mit 50.000 Dollar nach Australien geschickt, wo sie das Geld überbringen sollen. Sie rammen im Outback ein Känguruh, ziehen ihm für ein Spaßfoto eine Jacke an, in der – au Backe! – das Geld steckt. Känguruh hüpft weg, Mafiaboß ist böse, den Pechvögeln aber kommen ein ganz toll im Naturschutz engagiertes Silikonmodel und ein trinkfester Aussie mit »Flying Doctors«-Flugzeug zu Hilfe, um in letzter Sekunde Känguruh und Geld doch noch einzufangen, bevor die Mafia-Häscher sie um die Ecke bringen können.

Estella Warren, schon in Tim Burtons Planet of the Apes vornehmlich durch ihre nicht unerhebliche Oberweite aufgefallen, scheint den ganzen Film hindurch einem einzigen großen »Fa«-Werbespot entschlüpft und hat eindeutig die peinlichsten Auftritte von allen. Anthony Anderson fungiert mal wieder als billiger Eddie Murphy im Sumo-Format, und Jerry O'Connell (Joe's Apartment, Scream 2) merkt man ununterbrochen an, daß er gerne so überzeugend doof ausschauen würde wie Leslie Nielsen.

Traurig, aber wahr ist, daß Christopher Walken wieder einmal sein Talent in einer drittklassigen Komödie verschwendet, die dieses Mal von Clip-Regisseur David McNally (Coyote Ugly) so uninspiriert inszeniert wurde, daß Walken eigentlich wehmütig an seine kongeniale Zusammenarbeit mit dessen Kollegen Spike Jonze vor zwei Jahren denken müßte, aus der das preisgekrönte »Fatboy Slim«-Video »Weapon of Choice« hervorging. 1970-01-01 01:00
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