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K-Pax

D/USA 2002. R: Iain Softly. B: Charles Leavitt. K: John Mathieson. S: Craig McKay. M: Ed Shearmur. P: IMF. D: Kevin Spacey, Jeff Bridges, Mary McCormack, Alfre Woodard, David Patrick Kelly u.a.
120 Min. Constantin ab 17.10.02
Von Dietrich Brüggemann Ein Mann steht in einer Bahnhofshalle und sieht still geradeaus. Nichts an ihm ist außergewöhnlich, nur das eine: Er steht, während um ihn alles hektisch herumläuft. Mit dieser Einstellung, die in ihrer Einfachheit etwas Magisches hat, führt Iain Softley seine Hauptfigur in K-Pax ein. Kevin Spacey spielt einen rätselhaften Kerl, der steif und fest behauptet, von einem anderen Stern zu stammen – er bleibt auch dabei, als man ihn ins Irrenhaus steckt, und er ist so überzeugend, daß Jeff Bridges als selbstzufriedener Psychiater am Ende Zweifel an seinem Weltbild bekommt.

Bridges und Spacey stehen für zwei große Linien im amerikanischen Kino: Bridges, fünfzig Jahre alt und genauso lang im Geschäft, hat so ziemlich alles mitgemacht, was in Hollywood gemacht wurde, Spacey, acht Jahre jünger, wurde berühmt in jenen nicht immer kleinen, aber stets außergewöhnlichen Filmen mit beinah europäischem Appeal, durch die sich Hollywood in den 90ern von innen heraus reformiert hat – The Usual Suspects, Seven und nicht zuletzt American Beauty. So wie mit diesen Filmen Bewegung in die Branche kam, so tritt in K-Pax der selbsternannte Außerirdische Spacey den alten Sack Bridges in den Hintern, bis dieser alles in Frage stellt, was er bisher wußte. Und er tut es mit ebenso schwereloser Eleganz.

K-Pax gehört so sehr Kevin Spacey, daß es zum Problem wird, denn neben seiner irren Darstellung des lakonischen Alien verblaßt alles andere, auch die durchaus intelligente Story. Bridges versucht denn auch erst gar nicht, sich zu Glanzleistungen aufzuschwingen, sondern überläßt das Feld ganz Spacey und liefert damit ja irgendwie auch eine Glanzleistung ab.

Daß der Mann tatsächlich vom anderen Stern stammt, ist seit jener ersten Einstellung eigentlich klar, und die Akteure finden heraus, was wir die ganze Zeit wissen, auch wenn Iain Softley einen ernstzunehmenden Film machen will und klugerweise alles offen läßt. K-Pax ist ein Schauspielerfilm, ein intelligentes Starvehikel, er findet darin seine Bestimmung und auch seine Begrenzung. 1970-01-01 01:00

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #28.
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