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Jurassic Park 3

USA 2001. R: Joe Johnston. B: Peter Buchman, Alexander Payne, Jim Taylor. K: Shelly Johnson. S: Robert Dalva. M: Don Davis. P: Amblin. D: Sam Neill, Téa Leoni, William H. Macy, Alessandro Nivola, Trevor Morgan, Laura Dern u.a.
97 Min. UIP ab 2.8.01

Besser als das Original

Von Carsten Tritt Neulich fand ich ein ganz besonderes Angebot: Eine VHS-Cassette Jurassic Park 2: The Lost World auf dem Wühltisch für 5,00 DM (und damit immerhin 1,95 DM billiger als Godzilla gegen Megalon). Digitalisierte Dinosaurier allein locken heute wohl kaum noch jemanden hinter dem Ofen hervor, und so ist es kein Wunder, daß der alte Handwerkmeister Spielberg ganz gerne darauf verzichtet hat, Teil 3 der Dinosaga selbst zu inszenieren. Lieber hat er die Regie einem seiner Leibeigenen, Joe Johnston, übertragen; der aber hat, so überraschend es auch ist, seine Chance genutzt und Jurassic Park 3 zu einem guten Film gemacht, sogar zum mit Abstand besten der Trilogie.

Lassen Sie sich hier nicht täuschen von den Fernseh- und Kinotrailern, die Ihnen weismachen wollen, daß es in Jurassic Park 3 um dolle Schreckmomente geht, und glauben Sie auch nicht den Anpreisungen der modernen Tricktechnik oder den Artikeln, die Sie mal wieder pseudowissenschaftlich über die x verschiedenen Dinoarten aufklären wollen. All das ist für diesen Film piepegal.

Statt dessen gibt da ein paar wunderbare Tricktechniker, die sichtlich Spaß daran haben, ihre Urzeit-Monster durch die Gegend rennen zu lassen, und es gibt ein paar wunderbare Darsteller – darunter Sam Neill als bessere Alternative zu Jeff Goldblum und Leoni und Macy als wunderbar zerstrittenes Ehepaar – die sichtlich Spaß daran haben, vor ihnen wegzurennen. Bei manchen Szenen wirkt es sogar so, als ob sie nur als Scherz unter den Programmierern und eigentlich gar nicht für den fertigen Film gedacht waren, wenn etwa Sam Neill in einer Traumsequenz von einem sprechenden Dino angequatscht wird. Wir dürfen den Filmemachern dankbar sein, daß diese Szenen im Film behalten wurden.

Dank dieses oftmals schrägen Humors und dem Mut, auf Drehbuchlogik konsequent zugunsten von Actionsequenzen zu verzichten, hebt sich Jurassic Park 3 von seinen müden Vorgängern positiv ab, erinnert eigentlich mehr an großartige B-Filme im Stile Jack Arnolds. Folglich ist es auch genauso sinnvoll, die verschiedenen Dinosaurierarten auswendig zu lernen, wie es für Tarantula wichtig gewesen wäre, ein wissenschaftliches Seminar über Spinnen zu belegen. Man merke sich nur: Kleine Dinos können sich unterhalten, es gibt auch Dinos, die fliegen, und der große Dino klingelt um halb acht – und spätestens dann hat jeder seinen Spaß. 1970-01-01 01:00
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