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John Q.

USA 2001. R: Nick Cassavetes. B: James Kearns. K: Rogier Stoffers. S: Dede Allen. M: Aaron Zigman. P: Burg/Koules, Evolution. D: Denzel Washington, Robert Duvall, James Woods, Anne Heche, Ray Liotta u.a.
114 Min. Warner ab 18.4.02
Von Holger Liepelt Er habe keinen Plan, antwortet John Q. auf die Frage einer seiner Geiseln, wie es denn weitergehen soll. Da hat sich der Drehbuchautor wohl Luft gemacht, denn der hat genausowenig wie seine Hauptfigur zu Ende gedacht.
Johns Sohn Mike ist herzkrank, und als Fabrikarbeiter kann er nicht die nötige Anzahlung aufbringen, um Mike auf die Warteliste der Empfänger zu setzen. Er verbarrikadiert sich in der Notaufnahme des Krankenhauses und nimmt alle zufällig Anwesenden als Geiseln, um Mike auf die Liste zu zwingen.

So weit ist die Filmwelt noch in Ordnung: hollywoodkonforme Sozialkritik, Melodramatisches mit Kind und hübsch unhübsche Figuren aus dem Arbeitermilieu. Nicht besonders aufregend, nicht neu, aber gefällig und auch sorgfältig inszeniert. Leider geht der Film weiter. Der nächste Schritt ist noch logisch: Die Klinikleitung verabredet mit der Polizei, zum Schein auf die Forderung einzugehen. Und was nun? Soll John die Geiseln freilassen? Ohne Beweise, daß Mike auf der Liste bleibt? Und welche Beweise sollten das auch sein?

Derart fährt der Plot so richtig an die Wand. Die restlichen abstrusen Wendungen sind erzwungen, nicht entwickelt und daher unglaubwürdig. Man schenkt dem ganzen nur noch seine Aufmerksamkeit, weil die vorzüglichen Darsteller offensichtlich Freude an ihren zwar stereotypen, jedoch passend besetzten Rollen hatten. Am Schluß erwartet man inständig das Insert, daß die Geschichte eine wahre sei, damit der Autor entschuldigt ist. Umsonst. 1970-01-01 01:00

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Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #26.
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