Von Christian Gruber
Der Anthropologe Ethan Powell hat, als man ihn bei Gorillas lebend aufgefunden hat, zwei Wildhüter getötet und befindet sich seitdem in einem katatonischen Zustand, aus dem ihn der ehrgeizige Psychiater Theo Caulder zu retten versucht.
Neben diesem, etwas an neuropsychologische Erfahrungsberichte à la Oliver Sacks erinnernden Plot, verheißt die Besetzung eigentlich nur Gutes. Hopkins sieht aus wie Connery in
The Rock und spielt eine Mischung aus Hannibal L. & Birdy; Cuba Gooding Jr. wirkt etwas ungewöhnlich in seiner hölzernen Rolle, und Sutherland befindet sich auf dem Olymp und ist bar jeder Kritik. Turteltaubs (
Während Du schliefst und
Phenomenon) Regie – bis auf schrecklich kitschige »Ich hab's geschafft – und muß die Arme hochreißen«-Momente – erweist sich als durchaus solide. Das Problem aber ist die Story und die damit transportierte Message. Der Grundgedanke der Romanvorlage nämlich, eine etwas verquere Theorie über »takers & leavers«, wird zur Basis einer revisionistischen Auslegung der Menschheitsgeschichte im Sinne von »Wie wir uns verirrten und dort ankamen, wo wir nun sind«. Diesem Buch von Daniel Quinn »Ishmael« nach sind wir falsch abgebogen, wo die Gorillas den richtigeren Weg gingen.
Die Umsetzung dieser Banalität erweist sich allerdings als schwierig. Daß sich jemand bei den Gorillas wohler fühlt als bei seiner von ihm vernachlässigten Familie, ist wohl kaum einen Film wert. Daß Gorillas mit der Natur im Einklang leben und wir nicht, wohl auch nicht. Daß karrieregeile Yuppiepsychiater ihre Stromlinienförmigkeit überdenken, wenn hospitalistische Anthropologen ihnen ihre Illusionen rauben – na ja. Ein paar Tupfer »Tochter will Papi zurück«, »in der Forensik ist's nicht kuschelig« und »der Aufseher ist bös'« hindern am Einschlafen, aber unterhaltsam ist das nicht. Unterhaltsam? Hier geht's schließlich um die Message, es soll was gelernt werden:
1. Gorillas sind die besseren Menschen.
2. Grunge ist wieder in.
3.
Rocky stand hier mindestens zweimal Pate.
4. Die esoterische Verschwörung ist schlimmer als die buddhistische.
5. DIE meinen solche Filme ernst.
1999-11-30 00:00