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Insomnia

USA 2002. R: Christopher Nolan. B: Hillary Seitz. K: Wally Pfister. S: Dody Dorn. M: David Julyan, Jamie Reid Tait. P: Alcon Entertainment u.a. D: Al Pacino, Robin Williams, Hilary Swank, Maura Tierney u.a.
118 Min. Warner ab 17.10.02
Von Frank Brenner Unruhig wälzt sich Will Dormer im Bett seines Hotelzimmers in einem kleinen Kaff in Alaska hin und her. Es ist mitten in der Nacht, aber draußen ist es immer noch dämmrig hell. Es wird einfach nicht dunkel im Sommer, so nah am Nordpol. Doch es ist nicht nur die allgegenwärtige Helligkeit, die dem aus Los Angeles in einer Mordangelegenheit angereisten Detective den Schlaf raubt. Er hat bei den Ermittlungen seinen Kollegen erschossen und steckt in der Zwickmühle, weil er diesen Unfall dem Mörder in die Schuhe schieben wollte; doch der kennt die Wahrheit und kann Dormer damit erpressen.

Diese stark auf ihre Hauptfiguren und deren Psychologisierung ausgerichtete Thriller-Story ist klug erdacht und hält so manche überraschende Wendung bereit. Insomnia ist das US-Remake des gleichnamigen norwegischen Independentfilms von Erik Skjoldbjærg aus dem Jahr 1997; die besten Geschichten kommen eben immer noch aus Europa. Doch auch Nolans Umsetzung kann sich sehen lassen, schließlich hat der Regisseur mit Memento sein Talent für originelle Thriller unter Beweis gestellt.

Hier kann er sich zusätzlich auf die Besetzung der Hauptrollen mit Al Pacino und Robin Williams verlassen. Ihr souveränes Spiel verleiht den Charakteren Glaubhaftigkeit und fesselt besonders in den kleinen und nuancierten Momenten. Wenn Pacino die Frau seines erschossenen Kollegen anrufen muß, um ihr vom Tod ihres Mannes zu berichten, aber dabei seine Schuld verschweigt, verharrt die Kamera ununterbrochen auf seinem Gesicht und demonstriert damit einmal mehr die Klasse seiner Schauspielkunst. 1970-01-01 01:00

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Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #28.
© 2012, Schnitt Online

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