— — —   DER SCHNITT IST OFFLINE   — — —

In Sachen Liebe

Addicted to Love. USA 1997. R: Griffin Dunne. B: Robert Gordon. K: Andrew Dunn. M: Rachel Portman. S: Elizabeth Kling. D: Meg Ryan, Matthew Broderick, Kelly Preston, Tchéky Karyo u.a.
100 Min. Warner ab 24.7.97
Von Ralf Möller Als Robert Palmer das Stück »Addicted to Love« 1985 für sein Album »Riptide« schrieb, stellte er sich wohl eine positive »Liebessucht« vor. In Griffin Dunnes gleichnamigem Debütfilm entwickeln sich aber zum Teil krankhafte Obsessionen daraus. Sam (Matthew Broderick), ein Astronom aus dem Mittelwesten, ist nach New York gekommen, um die Liebe seines Lebens, Linda (Kelly Preston), zurückzugewinnen. Diese hat sich nämlich in Anton (Tchéky Karyo), einen französischen Restaurantbesitzer, verliebt. An diesem wiederum will sich seine Ex-Verlobte, die Fotografin Maggie (Meg Ryan), rächen.

So tun sich das naiv-romantische Landei und die tough-zynische Großstädterin zusammen, um gemeinsam ihre Ziele zu erreichen. Und dabei gehen die beiden nicht gerade zimperlich vor, was vor allem Anton zu spüren bekommt.

Vielleicht kann man Addicted to Love als schwarze romantische Komödie bezeichnen. Meg Ryans wunderbar burschikose Art wirkt hier schon etwas linkisch. Sie erinnert ein wenig an Melanie Griffiths Lulu aus Jonathan Demmes Something Wild. Geschickt versteht es aber der Regisseur Dunne in seinem Erstlingswerk, den Charakteren Profil zu verleihen, weil er so gut wie ohne inszenatorischen Schnickschnack auskommt. So stehen die Schauspieler und ihr Spiel im Mittelpunkt. Addicted to Love zeigt mal wieder, daß die Amerikaner in puncto Situationskomik fast nicht zu schlagen sind. Meg Ryan und Matthew Broderick sind so etwas wie die 90er-Jahre-Version von Doris Day und Rock Hudson. Oder so ähnlich. 2008-06-10 11:39

Abdruck

Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #07.
© 2012, Schnitt Online

Sitemap