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In Love and War

USA 1996. R: Richard Attenborough. B: Allan Scott, Clancy Segal, Anna Hamilton Phelan. K: Roger Pratt. S: Lesley Walker. M: George Fenton. D: Chris O'Donnell, Sandra Bullock, Mackenzie Astin, Emilio Bonucci, Margot Steinberg u.a.
110 Min. Constantin Film ab 7.8.97
Von Jörg Prostka »Im Kino gewesen. Geweint.« Kafkas Tagebuch-Notiz paßt zum neuen Film des Altmeisters Richard Attenborough. Und sie paßt nicht: Denn das Epos aus dem Ersten Weltkrieg rührt nicht an unseren Herzen. Es drückt nur auf die Tränendrüse.

Schon wieder ist es eine wahre Geschichte. Der junge Ernest Hemingway – gespielt von Chris »Robin« O'Donnell – lernt den Krieg und die Liebe kennen in Bella Italia.

Doch das Totschießen von Menschen, die perverse Absurdität des Stellungskriegs in den Alpen ist nur Folklore im Hintergrund. Im Lazarett verliebt sich der verwundete Hemingway in die Krankenschwester Agnes (einfach süß unter der Haube: Sandra Bullock).

Die Liebesgeschichte schafft es nicht bis zum Melodram. Spätestens in der pathetischen Musik säuft die Story ab. Die Romanze von Agnes und Ernie ist nett – mehr auch nicht. Der junge Hemingway wird von O'Donnell so eindimensional gespielt, daß er wie ein Pfadfinder wirkt, der mal Krieg und Liebe spielen will.

Mit dem Englischen Patienten lief ein anderer großer Lazarett-Film dieses Jahr in den Kinos. Da sind die Schicksale tragisch und existentiell. Attenboroughs Film kratzt nur an der Oberfläche. Im Kino gewesen – geheilt? Auf jeden Fall von diesem Rührstück. 1970-01-01 01:00

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Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #07.
© 2012, Schnitt Online

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