Auf den Cop gehauen
Von Frank Brenner
Ron Shelton hat erst kürzlich mit
Dark Blue mit einem atmosphärisch stimmungsvollen, dichten und gut gespielten Copthriller von sich Reden gemacht, und auch in
Hollywood Cops geht es um Gesetzeshüter von Los Angeles. Dieses Mal jedoch hat sich Shelton ein Buddy-Movie ausgedacht, bei dem die beiden ungleichen Cops sich nicht erst aneinander gewöhnen müssen, sondern von Anfang an ein Paar sind.
Der abgebrühte, in die Jahre gekommene Frauenheld (Harrison Ford), der sich mit einem Zweitjob als Immobilienmakler ein Zubrot verdient, hat in seinem jungen Partner (Josh Hartnett) einen weiteren Frauenhelden zur Seite, der viel lieber Schauspieler wäre als in die Polizistenfußstapfen seines Vaters zu treten. Die beiden müssen sich mit einem Vierfachmord in der Rap-Szene herumschlagen und stoßen dabei – wie könnte es anders sein – auf korrupte Polizisten.
Man sollte es nicht für möglich halten, daß Shelton diese beiden Filme inszeniert hat, die trotz ihrer inhaltlichen Übereinstimmungen nicht unterschiedlicher sein könnten. Bei
Hollywood Cops setzt er auf einen ziemlich angestaubten Hauruckhumor, der nur dann gelegentlich etwas Charme besitzt, wenn er den Actionhelden Harrison Ford sich mit Selbstironie demaskieren läßt. Zum Running Gag wird das ständige Handyklingeln der beiden Polizisten, die aufgrund ihrer Zweitjobs und Herzensbrecherqualitäten schwer gefragt sind. Nach einer Weile wirken diese überstrapazierten Witzeleien aber doch recht nervig. Zudem mangelt es dem Film entschieden an Tempo, denn bis zu einer versiert inszenierten Verfolgungsjagd am Ende zieht sich die Handlung ganz schön in die Länge. Darüber können auch die netten, sekundenkurzen Gastauftritte von Eric Idle und Robert Wagner nicht hinwegtäuschen, die als Hollywood-Stars für das nötige Lokalkolorit sorgen und zudem ganz schön durch den Kakao gezogen werden.