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Hinter der Sonne

Abril Despedaçado. BRA/CH/F 2001. R,B: Walter Salles. B: Sérgio Machado, Karim Aïnouz. K: Walter Carvalho. S: Isabelle Rathery. M: Antonio Pinto. P: VideoFilmes, Haut et Court, Bac Films, Dan Valley. D: Rodrigo Santoro, Ravi Ramos Lacerda, José Dumont, Flavia Marco Antonio u.a.
105 Min. Buena Vista ab 11.4.02
Von Frank Brenner Auge um Auge – Zahn um Zahn. Wenn man nichts mehr hat, gibt es immer noch die Ehre, die es zu verteidigen lohnt. Um 1910 streiten sich im ländlichen Brasilien zwei Familien um ein Stück Land. Dabei gehen sie über Leichen. Und die Toten werden gerächt, wenn sich die Farbe des Blutes auf ihren durchschossenen Hemden in der Sonne ins Gelbliche verfärbt hat. Ein Teufelskreis – aber immerhin geht der Nachschub nicht allzu schnell aus, die Familien sind kinderreich.

Was Walter Salles, der mit Preisen überhäufte Regisseur von Central do Brasil, mit diesem Film aussagen will, bleibt im Dunkeln. Die lakonisch und gedehnt inszenierte Geschichte verströmt schon gleich zu Beginn eine bedrückende Atmosphäre. Wie Salles den Konflikt einführt, hat durchaus Stil. Das Interesse des Zuschauers wird geweckt, indem er nur langsam erfährt, um was es geht. Sobald das Handlungsgerüst steht, verliert sich der Film allerdings in einer stereotypen Belanglosig- und Eintönigkeit.

Das Ergebnis ist eine Blutrachestory, die mit Symbolik und Theatralik überladen und durch eine Liebesgeschichte romantisch verbrämt wird. Der Film wird weder die Anhänger von blutigen Vergeltungsorgien noch die von poetischem Arthauskino ansprechen. An den Erfolg von Central do Brasil wird er jedenfalls schwerlich anknüpfen können – zu Recht. Denn lediglich die Kameraführung Walter Carvalhos und die Natürlichkeit seiner jungen Hauptdarsteller könnten ein Ansehen von Hinter der Sonne rechtfertigen. 1970-01-01 01:00
© 2012, Schnitt Online

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