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Der Himmel von Hollywood

The Hollywood Sign. D/NL 2001. R: Sönke Wortmann. B: Leon de Winter. K: Wedigo von Schultzendorff. S: Edgar Burcksen. M: Peter Wolf. P: Multifilm C.V. D: Burt Reynolds, Rod Steiger, Tom Berenger, Jacqueline Kim u.a.
95 Min. Senator ab 29.7.04

Einmal Hollywood und zurück bitte!

Von Constanze Frowein Ich wünschte, Sönke Wortmann würde weiterhin Filme wie Der bewegte Mann oder Kleine Haie drehen, damit unser aller Brotzeit mit guter Unterhaltung vor dem deutschen Fernseher gesichert ist.

Mit Der Himmel von Hollywood scheint all das, was ihn hinter seinen deutschen Regiearbeiten erkennbar machte, erloschen zu sein. Statt mit Schauspielschul-Prüfungen durchzitternden Leinwandlieblingen wie Jürgen Vogel und Kai Wiesinger in Kleine Haie gibt sich Wortmann in der bereits 2001 gedrehten Arbeit mit nie wirklich ernstgenommenen Hollywood-Halblegenden wie Burt Reynolds ab. Konnte der Karriere der kleinen Haie in München noch mit Screwball-Anleihen auf die spannungstechnischen Sprünge geholfen werden, so spielen sich seine freiwillig lächerlich wirkenden Pechvögel in Der Himmel von Hollywood scheinbar selbst.

Drei alternde Hollywood-Schauspieler wollen, wenn schon nicht ihrer Film-Karriere, dann wenigstens ihren leeren Geldbörsen mithilfe eines zufällig entdeckten Gangster-Coups auf die Sprünge helfen. Das brutale Gesetz in der Stadt der Engel lautet: »Talent + Glück = Erfolg« aber »Talent + Pech = Pech«. Scheint es anfangs noch so, als wäre der Film tatsächlich bereit, die darwinistische Auslese der Filmindustrie zu kritisieren, so folgt die Ernüchterung auf dem Fuße: Talent muß man nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort in Szene setzen, und schon kann man alles schaffen in dieser von Glamour, Geld und Gesichtsoperationen durchwirkten Welt.

Gut, daß wir auch noch Helmut Dietl haben, da kann ich weiterhin getrost meine Butterbrote bis 20 Uhr 15 schmieren und mir gute Unterhaltung wünschen. 1970-01-01 01:00

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Dieser Text ist erstmals erschienen im Schnitt #35.
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